Home Messen Barcamps Verdammt lecker: Barcamp Stuttgart 2013

Barcamp Stuttgart 2013

Das letzte Wochenende fand das Barcamp Stuttgart, nebst Wahlkampf und Bundestagswahl statt, bei dem ich auch erstmals mit dabei war. Ähnlich wie beim Barcamp Kiel, gehörte ich wieder zu Denjenigen, die die weiteste Anreise hinter sich hatten. Aber das ist und war es wert. Wenn eins das Barcamp Stuttgart ausmacht, dann die perfekte Organisation von Jan Theofel, die aktive Kinderbetreuung und das wirklich leckere Essen. Ich träume jetzt noch von den Frühstückspfannkuchen mit Apfelmus. Die Sessions waren natürlich ebenso gut. Sehr schön war auch die Location: Das Literaturhaus Stuttgart hatte einen besonderen Charme, auch wenn es dank steigender Popularität des Barcamps an die Kapazitätsgrenzen stößt.

Wie geht sichere E-Mail?

2013-09-21 12.28.59Das war meine erste Session am Samstag, gehalten von Thomas und Frank. Viele können das Thema Internetsicherheit und NSA vielleicht nicht mehr hören. Ich wollte hier aber mein Fachwissen zum dem Thema auffrischen und die genaue Funktionsweise und Tools kennen lernen. Ich gebe offen zu: Ich verschlüssel meine E-Mails aus Bequemlichkeit nicht. Um verschlüsselt Mails zu verschicken, muss der Nutzer auf einigen Komfort verzichten und ggf. seinen privaten Schlüssel immer auf seinem USB-Stick mitnehmen. Mobil E-Mails zu verschicken kann so schon zu einem echten Krampf werden, wenn man nicht möchte, dass sein privater Schlüssel bei irgendeinem Drittanbieter landet, auf den man keinen Einfluss mehr hat. Und das ist auch das Schwierigste: Der Nutzer muss das schwächste Glied der Kette, wo sein privater Schlüssel abgegriffen werden könnte, erkennen und meiden. Dafür fehlt aus meiner Sicht nach zu vielen das Verständnis und Know-How. Mehr dazu könnt Ihr bei Thomas nachlesen.

Screencasting

Viele von uns kennen vielleicht SemperVideo und Video2Brain. Hier werden Tutorials am Rechner aufgezeichnet und der Öffentlichkeit kostenlos auf YouTube oder gegen Entgelt zugänglich gemacht. Wie man aber so einen  Screencast selbst aufzeichnet und worauf es ankommt hat Andreas Pilz erklärt. Was ich daraus mitgenommen habe: Am besten virtuelle Maschinen für saubere reporoduzierbare Umgebungen nutzen, die richtige Software (je nach Geldbeutel) auswählen und ganz wichtig: Ein Drehbuch schreiben. Dann klappt es auch ohne viele Aufnahmeversuche.

Fit ohne Fitnessstudio

Meine McFit-Mitgliedschaft ist schon vor ein paar Tagen ausgelaufen. Ich hab sie zwar oft aktiv genutzt, hatte aber auch mal ein paar Monate Leerlauf drin. Aus diesem Grund und mein Dasein als Student hat mich die Session “Fit ohne Fitnessstudio” von Paula, Andreas und Sven interessiert. Die Drei trainieren mit Hilfe der Android App “You are your own gym” und haben uns gezeigt, dass das Training sinnvoller für den Alltag ist als im Fitnessstudio. Denn hier trainiert man meist nur alltagsunübliche Bewegungen, während das Trainieren alltäglicher Bewegungen wünschenswert ist, um ausdauernder durch den (All-)Tag zu kommen.

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Ironblogger

Die Ironblogger Stuttgart haben sich in einer Session von Thomas vorgestellt. Da es hier in Ostwestfalen-Lippe mit den Ironblogger auch los geht, hat mich interessiert, welche Erfahrungen die Stuttgarter und die Bodensee-Gruppe von Oliver gemacht haben. Fazit: Bei den Stuttgartern kommt ordentlich etwas in der Bierkasse zusammen und bei den Bodensee Ironbloggern ist geht es sehr dizipliniert zu. Wer die Ironblogger nicht kennt: Es geht um wöchentliches Bloggen und “Bier” vertrinken.

Den Bloggern gehört die Zukunft

Florian Fech von Hallimash hat in dieser Session das Geschäftsmodell der Huffington Post kritisiert und das Eigene von Hallimash vorgestellt. Für alle die Hallimash nicht kennen: Auf dieser Plattform können Unternehmen Kampagnen für Blogger schalten, die sie annehmen können und dafür eine Aufwandsentschädigung und oder ein Produkt erhalten, dass sie testen und behalten können.

Dabei handelt es sich um bezahltes Bloggen, bei dem die Blogbeiträge aber gekennzeichnet sind, dass diese im Auftrag über Hallimash geschrieben wurden. Diese Session wurde leider sehr hässlich, da hier von einigen Session-Teilnehmern sehr emotional diskutiert wurde. Für mich ist es in Ordnung, wenn transparent gekennzeichnet ist, dass der Blogger, in welcher Form auch immer, für seinen Blogbeitrag bezahlt wurde. Ich handhabe es auch so, wie bspw. bei meinem MasterCard 10 Tage ohne Bargeld Versuch. Eine Diskussion, die seit über 6 Jahren schon in der deutschen Blogosphäre geführt wird.

Whiskey Tasting

Sehr cool fand ich die Idee des Whiskey Ausprobierens am Abend. Das Prinzip der Sessions ist denkbar einfach. Jeder Teilnehmer bringt einen schönen Whiskey mit und hinterher probieren sich alle quer einmal durch die mitgebrachten Spirituosen. Solche Sessions wünsche ich mir öfter auf Barcamps, wenn ich ausnahmsweise mal nicht noch fahren muss.

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Page Speed Analyse

Das Google Tool Page Speed kannte ich bereits als Browser-Erweiterung für Chrome und Firefox. Neu war mir die Online Version Page Speed Insights, die viel aktueller ist während die Desktop-Varianten veraltete Regelsätze benutzen. Thomas hat uns hier ein paar Positiv- und Negativ-Beispiel gezeigt in seiner Session und uns mit technischem Know-How dazu versorgt. Tolle Session, bei der viele Teilnehmer ihren Page Speed Score mit wenigen Handgriffen um einige Punkte erhöhen konnten. Ging mir genauso. Schaut ruhig mal hier bei Thomas Blog Gnuheidix vorbei, dort findet ihr noch mehr hilfreiche von ihm programmierte Page Speed Tools.

Getting Things Done

Oliver Gassner, bekannt als Google+ Guru, hat lebt und coacht das ToDo-Management “Getting Things Done” vo David Allen. In seiner Session dazu hat Oliver uns ein paar gute Tipps für den effizienteren Umgang mit ToDo-Listen gezeigt. Laut ihm dauert es ca. 2 Jahre bis man auf David Allens Methodik umgestiegen ist. Das Lehrreichste, das ich mitgenommen habe: Die 2 Minuten Regel. Alles was man jetzt und hier innerhalb von zwei Minuten erledigen kann gehört nicht auf eine ToDo-Liste aufgeschrieben, sondern sofort erledigt. In Olivers Blogbeitrag findet Ihr die Materialien seiner Sessions.

Angstörung

Sehr gerne hätte ich auch noch die Session zum Thema “Angst” und “Besser bloggen” mitgemacht. Allerdings befand ich mich da schon auf dem Heimweg vom weit entferntem Stuttgart. Vielen hat die Session von Matthias Zellmer zum Thema Angst sehr gut gefallen. Er bloggt sehr offen und ehrlich über seine Sozialphobie. Das verdient großen Respekt.

Fotos

Fazit

Das Barcamp Stuttgart war super. Ein Highlight ist definitiv das Essen. Leckeres Frühstück, Mittagessen, zwischendurch ein Muffinbuffet, sehr leckeren Kaffee von Sonntagmorgen und beim Abendessen ein gutes Bier und andere alkoholische Geränke gesponsort vom Land Baden Württemberg. Das Bier hat man hier übrigens mit einem Tweet bezahlt. Der Hashtag #Feierabend und #bwjetzt war der Preis einer “Wulle”.

Das Barcamp Stuttgart war auch das Barcamp, dass ich als erstes Barcamp mit eigener Kinderbetreuung kennen gelernt habe. Wirklich toll! Während des Barcamps haben hier 20 Kinder gespielt und gebastelt. Die selbstgemachten Ton-Trommeln wurden dem Barcamp-Publikum stolz demonstriert und die waren aber auch super. 🙂

Auf der Unkonferenz wurde übrigens auch gewählt. Ein Superwahl-Barcamp quasi. Die Ergebnisse könnt Ihr in Jans Technikblog nachschauen. Obwohl es im Gegensatz zur Bundeswahl auch etwas zu gewinnen gab, lag die Wahlbeteiligung nicht bei 100%.

Wenn es sich nächstes Jahr zeitlich und finanziell wieder einrichten lässt, bin ich auf jeden Fall gerne wieder mit dabei. Die Sessions waren sehr gut und tolle Menschen haben mir tolle Tipps gegeben. Vielen Dank an die Orga des Barcamp Stuttgarts, allen voran Jan Theofel.