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Offline Day 2013 mit gezogenem Netzwerkabel

Ein Trend, der heutzutage vor allem in den Vereinigten Staaten immer öfter Anwendung findet, ist das Swatten. Dabei wird bei der Polizei angerufen und z.B. unter dem Namen des zu swattenden solche Dinge gesagt wie man hätte die Familie gefesselt und würde sie gleich umbringen oder ähnliches, was die Polizei dazu bringt, sofort mit SWAT-Teams anzurücken und einzuschreiten. Die Teams laufen dann beim zu swattenden auf und nehmen ihn mit ziemlich unnachgiebiger Polizeigewalt fest.

Erst nach der Festnahme kann sich herausstellen, dass der Anruf eine Art Scherz war, weswegen das Opfer unvermeidlich die ganze Tortur der Festnahme durchleben muss.

Doch der Sinn ist wo?

 

Der Sinn der ganzen Sache besteht darin, dem Opfer große Angst zu machen, ihn einzuschüchtern oder sich möglicherweise für etwas zu rächen, und das alles ohne selber Hand anlegen zu müssen. Der Polizeiapparat hat ja keine Wahl als sofort einzuschreiten, und den ursprünglichen Anrufer zur Rechenschaft zu finden oder gar zur Rechenschaft zu ziehen ist bei nur wenig Vorbereitung wie einem Prepaid-Handy wirklich nicht einfach.

Die Opfer hingegen sind die, die den Schaden davontragen. Erst die Festnahme, dann vielleicht Verhör um alles aufzuklären und schlussendlich möglicherweise auch noch Bürokratie müssen alle aufgearbeitet werden.

Das ganze vor Live-Publikum

 

Da der Täter gern dabei wäre, wenn das von ihm angestiftete Unheil über dem Opfer hereinbricht, sind es oft Live-Streamer wie von Video-Gaming-Streaming-Website Twitch, die geswatted werden. So zum Beispiel schon passiert Alexander „Whiteboy7thst“ Wachs aus Illinois, der gerade das zombie-survival-game DayZ streamte, als er auf einmal ein weiteres Opfer in der Reihe der Unglücklichen wurde, die sich swatting-Opfer nennen dürfen – oder es wohl eher müssen.
Das Problem bei diesem Einsatz: Alexander lagerte eine größere Menge Cannabis bei sich zu Hause, und wurde prompt verhaftet.
Ein öffentlich zugänglicher Polizeibericht deutet an, dass er zwischen 30 und 500 Gramm Cannabis auf Lager hatte und in der Will County Adult Detention Facility inhaftiert wurde.

Lange Reihe von Vorgängern

 

Alexander war, wie bereits erwähnt, nicht der erste, der Opfer eines swattings wurde. Jordan „n0thing“ Gilbert, ein Mitglied des Counter-Strike-Teams Cloud9, und Phantoml0rd, ein Mitglied der Pro Gaming League, wurden bereits Live on Stream von SWAT-Teams heimgesucht.
Doch nicht nur Twitch-Streamer oder Privatpersonen werden von diesem Trend heimgesucht. Häufiges Opfer sind auch Prominente, wie Ashton Kutcher, Tom Cruise, Chris Brown, Miley Cyrus, Justin Bieber und Clint Eastwood.

 

Wer Videoausschnitte von Alexanders swatting sehen möchte, dem sei hier damit gedient: