Home Allgemein WDR Studio Zwei: Wir produzieren unser eigenes Fernsehmagazin

Die NRW bietet Jugendlichen und jungen Erwachsenen nicht nur einen Presseausweis, sondern auch interessante Workshops. Einer dieser Workshops war „Kamera läuft: Plane und erstelle deine eigene Fernsehsendung“ im Studio Zwei in , bei dem ich ebenfalls teilgenommen habe. Das WDR Studio Zwei in den Kölner WDR Arkaden ist ein eigenes kleines „Übungsstudio“, in dem Kurse und Schulklassen der Jahrgangsstufe 8 bis 13 ihr eigenes Fernsehmagazin oder Radiosendung produzieren können. Innerhalb von vier Stunden stellen die Teilnehmer eine komplett eigene Fernsehsendung zusammen und nehmen diese auf. Mit allem was dazugehört: Regie, Aufnahmeleitung, Kamera, Redaktion, Maske und vielem mehr.

Begrüßung

Angekommen im im Untergeschoss der WDR Arkaden wurden wir freundlich empfangen und als erstes wurde unser Wissen im Bereich der getestet. Was ist eine Bauchbinde? Wofür steht eigentlich ARD? Wie lange Vorbereitung braucht ein Fernsehmagazin, dass wir heute mal in vier Stunden produzieren wollen? Die Vorbereitungszeit beträgt normalerweise ein bis zwei Monate. Da aber der designtechnische und wählbare inhaltliche Rahmen des Magazins bereits vorbereitet sind, werden wir es in vier Stunden schaffen. Und dennoch: Robert Zapp erklärt uns, dass Zeit heute Mangelware ist.

Hauptelement des Studios: die Greenbox

Eine Greenbox bildet die Grundlage des WDR Studio Zwei und uns wird demonstriert, was technisch möglich ist. Eine Berichterstattung vor’m weißen Haus? Kein Thema! Ein Spaziergang über die Hohenzollernbrücke in Köln? Kein Problem. Was aber passiert, wenn Teilnehmer grüne Kleidung tragen? Plötzlich hat man dann ein Loch im Bauch. Ebenso funktioniert eine grüne Decke perfekt als Tarnumhang in der Greenbox.

Grundlagen und Jobverteilung

Robert erklärt uns die technischen Grundlagen und den Ablauf der Sendung anhand der Stundenuhr. Die Stundenuhr zeigt im Kreisdiagram den Inhalt und den chronologischen Aufbau der Sendung. Nachdem das geklärt ist geht es zu den einzelnen Jobs, die die Teilnehmer übernehmen müssen.

Redaktionsarbeit

Gute 15 Minuten haben wir jetzt Zeit bis zur Redaktionskonferenz. Bis dahin müssen die Moderatoren eingekleidet und gepudert sein. Die ersten Ideen welche Einspieler-Beiträge aus der WDR Bibliothek im Magazin präsentiert werden, müssen bis dahin gefunden werden. Auch welche Nachrichten es in die Sendung schaffen sollen müssen ausgesucht und für den Teleprompter formuliert werden. Eine Idee für eine Live-Schalte muss her. In der Redaktionskonferenz besprechen wir zuerst die Inhalte, um dann einen passenden Namen für unser eigenes Magazin finden zu können.

Wir haben uns dann für die Einspieler „Foodsharing“, „Recht am eigenem Bild“ und „Modetrend Fette Kopfhörer“ entschieden. Die Reihenfolge legen wir dann auch noch fest. Nach kurzer Zeit ist dann auch ein Name für unser Fernsehmagazin gefunden „Mixed Mag – das Magazin für Jugendliche und junge Erwachsene“. Nachdem das nun klar ist, geht es wieder an die redaktionelle Arbeit. Der Aufnahmeleiter bildet hier das Bindeglied zwischen allen Teams, hält Rücksprache und informiert die Technik, was denn nun wo, wann und wie im Ablauf erfolgen soll.

Den stressigsten Job haben nun die Moderatoren und bilden zeitlich den Flaschenhals. Innerhalb von 20 Minuten muss gemeinsam die An- und Abmoderation der einzelnen Beiträge formuliert werden. Auch das Team der Live-Schalte pfeilt bis zuletzt an einer guten Idee: ein Korrespondent berichtet live vom Holi-Farbfestivel aus Indien, bei dem eine farbverschmiertere Festival-Teilnehmerin während der Berichterstattung ins Bild springt und ruft „Holi, geilstes Festival ever!“

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Briefing der Moderatoren

Probeaufnahme

Jetzt geht es zur Probeaufnahme rüber. Es wird Live-On-Tape aufgenommen. Das heißt, dass nichts geschnitten wird und Fehler nachträglich nicht korrigiert werden. Wenn doch einmal Fehler passieren, so lautet der Tipp: „Einfach weitermachen“. Und so klappt die Probeaufnahme mit nur einem Patzer: Der Teleprompter hat sich während der Nachrichten aufgehangen. Doof für die Nachrichtensprecherin, die dann nichts anderes als Standbild spielen kann.  Dennoch schwindet das Lampenfieber und jeder wird sicherer bei seiner Aufgabe vor und hinter der Kamera.

Die „Redakteure“, die ihre Arbeit im Vorfeld erledigt haben, spielen dann das Publikum auf der kleinen Tribühne und werden beim Anfang und zum Abschluss der Sendung klatschend eingeblendet. Wie im richtigem Studio-Fernsehen.

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Probeaufnahme: Jetzt wird’s ernst für Regie, Technik und Moderatoren.

Finale Aufnahme

Jetzt wird es ernst und das Mixed-Magazin wird jetzt wirklich live aufgenommen. Alles klappt, kaum Versprecher und die Technik läuft auch rund. Der Teleprompter spielt ebenfalls mit. Fantastisch! Jetzt wird die Aufnahme gemeinsam noch ein letztes Mal angeschaut und alle sind stolz aufeinander. Auch Robert Zapp ist begeistert von den Workshop-Teilnehmern : „Man merkt wirklich, dass Ihr Bock auf Medien habt!“ Sowas hört man doch gerne als journalistischer Nachwuchs. Eventuell landen Ausschnitte unseres Mixed-Magazins in die „Best of“ des WDR Studio Zwei.

Fazit

Für mich war die Fernsehproduktion im WDR Studio Zwei eine spannende Erfahrung. Vor allem sich keine Gedanken um die technischen Aspekte machen zu müssen, war super. Wir konnten uns komplett auf die Inhalte konzentrieren und hatten jederzeit kompetente Ansprechpartner vom WDR zur Verfügung. Ein Lob an die Teilnehmer des Workshops: Obwohl wir uns vorher nicht kannten und das Alter bunt gemischt von 13 bis 25 Jahren war, die Teamarbeit war harmonisch und hat mir viel Spaß gemacht. Das hat sich für mich richtig „echt“ angefühlt und obwohl die Sendung niemals eine große Öffentlichkeit sehen wird, spielte dies keine Rolle bei der Motiviation aller! Freunden und Bekannten ist es natürlich erlaubt die Sendung zu zeigen, nur dass die Sendung nicht veröffentlicht wird, ist vom WDR so gewünscht.

Ich kann Euch nur empfehlen, falls Ihr noch zur Schule geht oder eine motivierte Gruppe von 20 Leuten zusammenbekommt: Meldet Euch beim WDR Studio Zwei. Die Produktion ist kostenlos und wird vom WDR bzw. durch die Rundfunkgebühren getragen. Bevor hier jetzt ein Aufschrei zwecks Gebührenverschwendung kommt: Seit wann gehört Nachwuchs-Förderung dazu? 😉

Alle Fotos

Die meisten Fotos sind in der Großansicht kommentiert und chronologisch sortiert. Es lohnt sich sie einmal einzeln durchzugehen.


Eine Antwort zu diesem Blogbeitrag
  1. Tach! Die Fotos sind doch echt super geworden 🙂 Ich habe mich sehr über dein Lob und eure Dankbarkeit gefreut; es hat mir auch echt viel Spaß gemacht, die Sendung mit euch auf die Beine zu stellen… Viele Grüße an die Gruppe, Euer „Coach“ Robert