Home Hardware DVB-T2: Testphase für das neue digitale Antennenfernsehen gestartet

Laut dem Digitalisierungsbericht 2014 schauen in Deutschland immer noch 7,4 Millionen Haushalte Fernsehen über Antenne. Das entspricht immerhin einem Anteil von 18,5 Prozent. Das ist noch eine ganze Menge Holz bedenkt man, dass es mit Satellit und Kabel weit attraktivere Empfangswege mit mehr Sendern und gibt. Doch auch Antennenzuschauer können bald von besserer Bildqualität und einer größeren Sendervielfalt profitieren, denn steht in den Startlöchern und soll ab 2016 schrittweise eingeführt werden. Jetzt wurde in Berlin ein erster Pilotversuch gestartet. Getestet werden sollen Multiplexe mit einer Bandpreiste zwischen 18 und 28 Megabit pro Sekunde. Damit könnten pro Multiplex bis zu sieben Programme in HDTV ausgestrahlt werden.

Indoor- und Outdoor-Empfang sollen getestet werden

Über den Test informierte vor kurzem das Unternehmen Media Broadcast, was in Deutschland unter anderem das UKW-, DAB+-, und DVB-T Sendernetz betreibt. Getestet werden soll in dem ersten Feldversuch der Indoor- wie auch der Outdoor-Empfang. Insgesamt für 18 Monate ist der Feldversuch angelegt. Die Nachfolgetechnik soll dabei in Kombination mit dem HEVC/H.265-Kompressionsstandard getestet werden. Hersteller haben damit eine Testumgebung um zukünftige Geräte auszuprobieren. Weiterhin sollen auch Tests zum Switch von DVB-T auf DVB-T2 getestet werden. Ein weiterer Flächentest findet in München im Rahmen eines Projektes vom IRT und BR statt. Der Test wird dabei sowohl von öffentlich-rechtlichen als auch privaten Unterstützern begleitet. So sind ARD, ZDF, die Mediengruppe RTL, ProSiebenSat.1, Arte, Samsung, Sony, LG Electronics, Panasonic, Philips, Loewe, Humax, Technisat, Rohde & Schwarz, Sagemcom und Funke mit dabei. Weiterhin zählen der VPRT, das DVB-Konsortium und der Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie zu den Unterstützern. Die Testsendungen werden vom Alexanderplatz und dem Schäferberg in Berlin mit einer Feldstärke von 50 kW ERP auf dem Kanal 42 übertragen. Die Programmangebote werden zum Teil verschlüsselt und zum Teil unverschlüsselt ausgestrahlt.

Die Einführung soll ab 2016 erfolgen

DVB-T2 nutzen können Endkunden ab Juni 2016. Dann wollen ARD und ZDF bis 2019 schrittweise auf den neuen Standard umstellen. Dafür werde ein breites Frequenzspektrum inklusive des 700 Megahertz Frequenzbandes benötigt. Die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz äußerte unterdessen, dass öffentlich-rechtliche wie auch private Nutzer die Sender über DVB-T 2 empfangen können sollten. Eine Verschlüsselung wie sie die privaten Sender über Satellit oder Kabel durchführen mache das Angebot schlichtweg unattraktiv. DVB-T2 könnte trotz IPTV ein Erfolg werden. Der neue Standard hat den Vorteil, dass er keine mobile Datenflatrate verlangt, sondern ganz einfach für alle Nutzer auf Abruf zur Verfügung steht. Hier könnte nun endlich die Grundlage dafür gelegt werden, dass sich mobiles Fernsehen endlich durchsetzt.


Eine Antwort zu diesem Blogbeitrag
  1. 7,4 Millionen Haushalte nutzen Fernsehen über Antenne. Das entspricht immerhin einem Anteil von 18,5 Prozent (in Ballungsgebieten noch mehr): Sollen diese Geräte ab 2016 Elektroschrott werden? Millionen?
    Und die Programme mit DVB-T2 werden großteils verschlüsselt, also gegen Monatsgebühr?
    Das wird Ärger ohne Ende geben! Geräte für DVB-T2 mit H.265 gibt es noch nicht, 15 Monate vor dem Start? Ansonsten eine tolle Idee, statt 576 Zeilen dann satte 720 Zeilen in der ARD. HD light? UHD, 4k, 8k? Dann wieder neue Geräte? Was sagt die EU dazu? Nur Deutschland will H.265.
    Das geht voll in die Hose! Ich plädiere für eine lange Übergangszeit, also einen Kompromiss. Heute gekaufte Geräte sollten in 10 Jahren noch funktionieren! Aus DAB und DAB+ sollte man lernen. UKW kann man so schnell nicht abschalten.