Home Internet Ein freudiger Ruck entsteht durch die WhatsApp-Übernahme

Ich habe nicht schlecht gestaunt, als ich vergangenen Mittwochabend erfahren habe, dass für 19 Milliarden Dollar übernommen hat. Bis dahin war mir nicht bewusst, dass überhaupt so flüssig ist. Ein kurzer Blick auf die Marktkapitalisierung an der Börse und der Wert von beträgt in diesem Moment, wo ich diesen Blogbeitrag schreibe, sage und schreibe 120 Milliarden Dollar. Die Aktionäre sind sich also sehr sicher, dass die Werbeeinnahmen sprudeln werden. Und das bei bisher 523 Millionen Dollar Gewinn im letzten Quartal 2013. Nun gut, so ist das mit gehandeltem Potential an der Börse. Der Kauf von WhatsApp ist auf jeden Fall ein cleverer Schachzug um die verlorenen aktiven Nutzer zurück zu holen. 

Facebook wird immer langweiliger

Ich persönlich erlebe meine Facebook Timeline relativ langweilig. Informationen bekomme ich, klar, aber weniger interessantes von meinen wirklichen Freunden. Keiner möchte mehr die Partyfotos auf ewig in seiner Chronik stehen haben. Genutzt werden durch meine Wahrnehmung eher WhatsApp-Gruppen. Gechattet habe ich über WhatsApp auch lieber, da Facebook alles protokolliert, was über den Messenger geht. Aber im Nachhinein ist das auch Schwachsinn. Ob die Daten jetzt bei der NSA auf ewig oder bei Facebook gespeichert werden, sie sind auf jeden Fall irgendwo vorhanden. Wahrscheinlich sogar bei unserem eigenem Geheimdienst, dem BND.

Threema erfreut sich großer Beliebtheit

Seit der WhatsApp-Übernahme wurde ich jetzt öfter gefragt, was eine Alternative zu WhatsApp ist. Und wie viele andere Medien schreiben, ist es natürlich der verschlüsselte Messenger Threema einer Schweizer Firma. Die App hat in den letzten zwei Tagen 200.000 Installationen erfahren und meine Threema-Kontaktliste beinhaltet auf einmal statt 5 bisherigen Kontakten sogar 20. Klasse! Der Aufschrei über diesen Wandel ist natürlich groß. Niemand stört sich an der NSA-Abhöraffäre, keiner verschlüsselt E-Mails und es wird weiter fleißig Payback-Punkte gesammelt. Aber wenn Facebook WhatsApp kauft, fühlen sich die Leute unwohl.

Trotzdem finde ich es erfreulich, dass die WhatsApp-Nutzer sich jetzt Threema installieren und ausprobieren. Es ist genauso einfach wie WhatsApp und zudem noch sicher! Das ist beispielsweise bei E-Mail Verschlüsselung nicht der Fall und Payback Punkte sammeln wir, weil es ja was umsonst gibt. Damit möchte ich sagen, dass die Bequemlichkeit eine große Rolle spielt. Mit Threema ist es bequem und „sicher“. Ich finde die Entwicklung super, auch wenn sie aus den falschen Gründen bei vielen statt findet. Mit einmaligen 1,60€ für die App ist Threema auch auf Dauer günstiger als WhatsApp.

Was möchte Facebook mit WhatsApp?

Klar, die verlorenen Nutzer sind jetzt wieder zurück gekauft. Aber 19 Milliarden Dollar möchten ja auch wieder amortisiert werden. Die Jahresgebühr von 0,79€ pro Nutzer reißen dies nicht wirklich raus. Wobei nicht mal jeder Nutzer die Jahresgebühr bezahlen müssen. Viele -Nutzer seit erster Stunde haben nur einmalig 0,79€ bezahlt. Werbung dürfte keine Alternative sein. Wer toleriert im privaten Chat, für den er eine jährliche Gebühr zahlt, Werbung? Die Daten dürften das Facebook Profil vor allem für die Werbekunden ein wenig abrunden. Im Endeffekt bedeutet also die WhatsApp-Übernahme also genauso viel Datenschutz, wie das Sammeln von Payback-Punkten. Und wenn ein guter Dienst dafür bezahlbar bleibt, warum denn nicht? Wir haben ja schließlich nichts zu verbergen. 😉

Threema
Entwickler: Threema GmbH
Preis: 2,99 €

2 Antworten zu diesem Blogbeitrag
  1. Ich bin ja mal gespannt, welche Änderungen sowohl bei Whatsup als auch bei Facebook auf uns User zukommen werden

  2. Zum Thema alternativen zu whatsapp kann ich nur telegram nennen. Ist in Deutschland vielleicht noch nicht ganz so eingeschlagen, auf dem amerikanischen Markt konnte der Marktanteil aber während dem Whatsapp-Zusammenbruch am 22.02.2014 erheblich gestärkt werden. Langfristig wird es natürlich schwer Whatsapp zu ersetzen, aber dieser Tag hat gezeigt, dass die User bereit sind Alternativen in Betracht zu ziehen.