Home Messen re:publica Der erste Tag re:publica 2014 – #rp14

Dieses Jahr war ich das erste Mal auf der re:publica in Berlin. Viele Freunde und Bekannte habe ich hier wieder getroffen und auch Neue kennen gelernt. Einige Vorträge waren sehr interessant, unter anderem der Rant von Sascha Lobo über unser „Nichts tun“ im NSA-Spähangriff. David Hasselhoffs Auftritt bei dem Vortrag von F-Secure war „seriöser“ als gedacht. Viele interessante Stände in der „Mainhall“ der re:publica wie Digitalstrom, Metaio oder Wikimedia waren vertreten.

Begrüßung

Das Gründerteam Markus Beckedahl, Andreas Gebhard, Johnny Haeusler und Tanja Haeusler haben die re:publica wie gewohnt mit ihrer Begrüßung eröffnet. Hier gab es drei Neuheiten dieses Jahr: Neben der re:publica 2014 läuft ebenfalls auf dem Gelände des alten Postbahnhofs STATION die neue MEDIA CONVENTION Berlin von Dienstag bis Mittwoch sowie die Droidcon und Linuxtage ab Donnerstag.

David Hasselhoff: Looking for (Digital) Freedom

Anfangs hielten es viele für einen Scherz, dass David Hasselhoff auf die re:publica 2014 kommt. Einige waren auch der Meinung, dass er dort nichts zu suchen hat. Ich sehe das allerdings anders: Anhand einer prominenten Persönlichkeit, kann deutlich gezeigt werden, wie wertvoll Privatsphäre ist.

Mikko Hypponen, Abteilungsleiter der Forschung beim Sicherheitsunternehmen F-Secure, stellte zusammen mit Hasselhoff den Start des Manifests „Digital Freedom“ vor. Hier kann und soll jeder an diesem öffentlichen Manifest zur digitalen Freiheit mitarbeiten. Ein politisches Zeichen, dass F-Secure setzen will.

Zur Sprache kam unter anderem das Skandal-Video von David Hasselhoff, dass ihn betrunken und nur in Jeans bekleidet zeigt. Seine Tochter nahm dies damals von ihm auf, welches Cracker von ihrem Computer herunter geladen haben. Fazit: Was einmal im Internet ist, bleibt dort auch. Hasselhoff hat schon lange aufgegeben gegen die Veröffentlichung des Videos anzugehen.

Berlin Baby: Diskussionsrunde zu Startups in Berlin

Bei dieser Diskussionsrunde auf der zeitgleich stattfindenden MEDIA CONVENTION Berlin ging es um die Attraktivität von Berlin für Startups. Die Diskuttanten waren Björn Böhning (Chef der Berliner Staatskanzlei), Klaas Heufer-Umlauf (Moderator, bekannt durch Circus Halligalli), Dagmar Rhein (rbb-Intendantin) und Boris Wasmuth (Gründer von GameDuell).

Klaas betreibt unter anderem ebenfalls eine Produktionsfirma und ist mit dem Standort Berlin sehr zu frieden. Boris Wasmuth hingegen hat es schwer gut ausgebildete Senior Developer aus dem Silicon Valley nach Berlin zu GameDuell herüberzuholen. Der Grund ist hier nicht das Startup oder Gehalt, sondern das Herüberholen der ganzen Familie des neuen Mitarbeiters.

Die Kinder müssen auf den Schulen angenommen werden und jedes Familienmitglied braucht eine Aufenthaltsgenehmigung. Leider scheitert es dann häufig an den Schulen für die Kinder, da diese – meist Privatschulen – die Aufnahme nicht garantieren können oder wollen. Hier muss Berlin noch Nachbessern, wenn technologisches Know-How transferiert werden soll.

Bloggercamp.tv: Livestreaming mit Google Hangouts on Air

Bereits vom Tweetcamp 2013 kenne ich Gunnar Sohn, der zusammen mit Hannes Schleeh die Live-Sendung Bloggercamp.tv produziert. In der Session auf der re:publica bzw. MEDIA CONVENTION Berlin erzählen sie, was nötig ist um live zu senden und welche Erfahrungen sie bisher gemacht haben.

Am Schönsten finde ich hier immer das Thema der Sendelizenz (Stichwort: Rundfunkstaatsvertrag)  und Angela Merkel. Fazit: Regelmäßige Sendungen via Google Hangout On Air „scheinen“ keine Sendelizenz zu benötigen. Zumindest hat niemand Gunnar, Hannes oder die Kanzlerin bisher verklagt.

Jeder kann mit wenig technischem Aufwand seine eigene Live-Sendung betreiben. Eine Evolution, die in Deutschland leider nur sehr langsam und vereinzelt Anklang findet. In den USA gibt es schon deutlich mehr Live-Sendungen mit Hangout On Air.

Die wohl schlechteste Session über Facebook Werbung

Wahrscheinlich hatte ich die falschen Erwartungen an diese Session. So wollte ich doch wissen, wie ich zielgenau auf Facebook werben kann oder was Facebook selbst zu dem fehlerhaften „Targeting“ der Anzeigen sagt. Im Prinzip war es nur eine unterhaltende Session mit unpassenden Werbeanzeigen ganiert mit schlechter und unsicherer Vortragstechnik des Redners. Eine „Rede“ vom Bildschirm abzulesen – mir kam es zumindest so vor – ist nicht gerade eine Vortragskunst.

Sascha Lobos Rede zur Lage der Nation

Viele mögen Sascha Lobo nicht und es gehört zum Standard, dass er zu den Rednern auf der re:publica gehört. Allerdings hat er viel Richtiges in seinem Vortrag zur gegenwärtigen NSA-Krise gesagt. Zusammenfassend: Das Internet muss uns mehr wert sein und wir dürfen den NSA-Abhörangriff nicht verharmlosen oder herunter spielen. Absoluter Anguckbefehl geht an diese Session.

#ADN-Lesung: Die schönsten App.net Posts

Was ist denn eigentlich dieses App.net? Nur so ein billiger Twitter-Klon? Nope. Es ist viel mehr als das. Bereits auf dem Tweetcamp habe zusammen mit Daniel Höly eine Session zu #ADN (Kurzform von App Dot Net) gehalten. Es ist eine Infrastruktur für ein soziales Netzwerk, wo die User bzw. Daten nicht das Produkt sind, denn diese zahlen für App.net.

Die Session eignete sich für mich super, meine ADN-Filter-Bubble um einige aktive Nutzer zu erweitern. Sekt und jede Menge Lustige Posts gab es fürs Publikum. Tolle unterhaltsame Session.

Fazit erster Tag

Der erste Tag Republica war super! Bereits auf der pre:republica habe ich tolle Gespräche mit interessanten Menschen geführt. Den ersten Tag habe ich noch vergleichsweise viele Sessions besucht, wie ihr in diesem Blogbeitrag seht. Unbedingt nachschauen müsst Ihr diese aber nicht. Welche absolut nachschauenswert sind, fasse ich noch einmal in einem extra Blogpost zusammen.

Artikelbild-Aufmacher Copyright: republica/Gregor Fischer, CC-BY-SA 2.0

Meine Fotos des ersten Tags


Eine Antwort zu diesem Blogbeitrag
  1. Jedes Jahr aufs Neue eine durchaus interessante Veranstaltung mit breiten Themenfeldern. Ich bin auch nicht der große Lobo Fan, aber in seinem Vortrag hat er doch ein paar wichtige Dinge angesproche, über die die „Netzgemeinde“ doch auch mal nachdenken sollte. Die Stunde sollte sich mal jeder in der Mittagspause gönne um das Video anzusehen.