Home Messen re:publica Der zweite Tag auf der re:publica – #rp14

Den zweiten Tag auf der re:publica habe ich weniger Sessions besucht und mehr fürs „netzwerken“ und Erkunden der Ausstellungshalle genutzt. Dennoch habe ich am Dienstag zwei sehr gute Sessions erwischt: „Supergeiler First Kiss – Viralität nur gegen Kohle?“ und „Lohnt sich Onlinejournalismus ueberhaupt noch? Das Problem der Monetarisierung„. Zudem wurde ich kurz im OWL-Hangout von Bloggercamp.tv zu den Ironbloggern OWL interviewt. Da wird einem erstmal bewusst, dass OWL (steht für Ostwestfalen-Lippe in NRW) in Sachen Internet Einiges los ist.

First Kiss und Viralität

Das Video First Kiss und Supergeil waren von Unternehmen inzenierte Werbevideos, die sich im Internet wie ein Virus verbreiteten. Daher kommt auch der Name „Viral“ bzw. „Viralität“. Was aber bewegt Nutzer solche Videos hemmungslos zu teilen? Was ist dafür nötig? In der Session „Supergeiler First Kiss – Viralität nur gegen Kohle?“ berichtet der WWF von seinen Erfahrungen mit Viralität sowie Christian Brandes, der mit seinem Blog Schlecky Silberstein die bizarrsten und sehenswertesten Webperlen verbreitet. Martin Giesler hat bei der Podiumsdiskussion die kritische Stimme bei viralen Inhalten gebildet. Er schreibt für heute.de und den Blogrebellen.

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Die Session steht leider nicht als Video, sondern nur als Podcast bereit. Das eingangs gezeigte YouTube-Video zu den viralen YouTube-Trends findet Ihr hier. Das angeteaserte und zum Schluss vollständig gezeigte YouTube-Video ist „Ameowadeus“ produziert von Jimmy Kimmle.

Zusammenfassend kamen Podium und Teilnehmer zum Ergebnis: Für gute Inhalte muss man nicht unbedingt Geld in die Hand nehmen. Es kann aber helfen den Stein ins Rollen zu bringen. Wichtig ist, dass die Videos einen unterhaltenden Mehrwert bieten. Einflussreichen Bloggern und YouTubern gute Werbevideos verkaufen zu wollen, die aber kein Potential für Viralität haben, scheitern.

Virale Inhalte müssen eine einfache Botschaft enthalten, bild-stark, witzig und eine gewisse Dringlichkeit vermitteln. Ein „Call to Action“ á la „Bitte teilen“ oder „Teilt es wenn es Euch gefällt“ ist eine Bevormundung, die absolut fehl am Platz ist und eher das Gegenteil bewirkt.

Lohnt sich Online-Journalismus noch?

Die Podiumsdiskussion mit Sascha Pallenberg, Richard Gutjahr, Claudia Heydolph und Philip Banse über die Monetarisierung von journalistischen Inhalten fand ich sehr spannend. Richard hat vor kurzem angefangen teilweise Geld für Inhalte auf seinem Blog mit Hilfe von LaterPay zu nehmen.

Seine Erfahrungen damit stellt er in der Diskussion vor. Sascha, aka Palle, wird dieses Jahr voraussichtlich 500.000 Dollar mit MobileGeeks umsetzen. Zugpferd ist hier vor allem Werbung.

In der Diskussion wurde viel Wahres gesagt: Die Nutzer möchten für Inhalte im Netz zahlen. Es wird ihnen nur sehr schwer gemacht. Die meisten Verlage möchten dem Leser ein Abo aufdrängen, dabei wollen diese nur diesen einen tollen Artikel bezahlen. Das Bezahlen muss so einfach wie das „Liken auf Facebook“ sein und in ähnlicher Preislage wie Smartphone-Apps liegen.

Ich bin super gespannt auf das Plugin von LaterPay und überlege es ebenfalls auf Bitpage einzusetzen. Natürlich nicht für News, sondern für aufwendige Blogbeiträge, wie bspw. mein Erfahrungsbericht über Carsharing mit tamyca.

Highlights der OWLer auf der re:publica

Auf der re:publica waren Einige aus OWL, die beim Bloggercamp.tv ihre Highlights und Internet-Projekte zum Besten geben. Der Hangout ist nicht lang und ich selbst berichte auch einmal kurz über die Ironblogger OWL. Daher fasse ich das Video nicht zusammen und Ihr müsst es Euch anschauen. 😛

Fazit zweiter Tag

Den zweiten Tag auf der re:publica habe ich vermehrt für gute Gespräche genutzt und wenige, dafür aber sehr interessante Sessions besucht. Schade fand ich, dass bei den meisten Podiumsdiskussionen wenig Zeit für Fragen aus dem Publikum übrig geblieben ist.

Vor allem das Bezahlen mit Hilfe von LaterPay finde ich spannend. Es birgt ein großes Missbrauchs Potenzial, denn mit einem neuen Device kann ich erneut für 5€ einkaufen. Lässt sich also LaterPay austricksen beim Erkennen von Devices, was sehr wahrscheinlich möglich ist, bleibt eine Frage übrig: Zahlen trotzdem noch genügend Leser?

Mein Bauchgefühl sagt mir, dass bei den Micro-Beträgen keiner großartig anfangen wird darüber nachzudenken, wie er LaterPay austricksen kann. Aber wir werden sehen, was der große Feldversuch zeigen wird, wenn das WordPress-Plugin ab spätestens Ende Juni zur Verfügung steht.

Aufmacher-Foto: Copyright: republica/Gregor Fischer CC-BY-SA 2.0