In unserem täglichem Leben gibt es viele Wege einen anderen Menschen kommunikativ zu erreichen. Ob per Postbrief, Fax, Telefon, Facebook Messenger, WhatsApp, Telegram, Threema, Hangout, E-Mail, Snapchat oder Skype: Die Kommunikationswege sind zahlreich und alle kommen an. Der eine Weg früher, der Andere später. Ich dürfte nicht der Einzige sein, dem es aufgefallen ist, dass vorrangig alles möglichst „schriftlich“ auf digitalem Weg via WhatsApp, Facebook Messenger, SMS oder E-Mail geschickt wird. Dabei ist der digitale, schriftliche Weg, häufig der ineffizientere Weg.

Bei Terminen beispielsweise ist es schwierig dies über WhatsApp zu klären. Noch schlimmer wird es in Gruppenchats mit mehreren Teilnehmern. Privat rufe ich dann eigentlich lieber an oder erstelle bei Gruppen ein Doodle. Dies nehme ich ebenso wahr, wenn es darum geht komplexe Angelegenheiten zu klären. Ansonsten schreibt man sich über WhatsApp mindestens viele Nachrichten hin und her, bis es zu einer Einigung kommt. Ich habe das Gefühl, dass meine Mitmenschen lieber eine Angelegenheit auf schriftlichem, digitalen Weg klären möchten. Warum telefonieren die denn so ungern? Oder ist das nur meine Wahrnehmung aus meiner Filterblase so?

Warum telefonieren die meisten Deutschen so ungern, in Zeiten der Allnet-Flats?

Das frage ich mich wirklich. Klar beim Telefonat ohne Vorankündigung – ich mache gerne schon mal einen Telefontermin – ruft man vielleicht zur falschen Zeit an. Hier habe ich es so gelernt, dass man dann falls möglich kurz rangeht, die Dringlichkeit des Anrufs einschätzt und ggf. um späteren Rückruf bittet. Ist es nicht möglich den Anruf entgegen zu nehmen, rufe ich später zurück, sofern die Rufnummer vom Anrufer übermittelt wurde. Ein möglicher Grund, den telefonischen Weg zu meiden, sehe ich vielleicht darin, dass am Telefon auf Fragen sofort geantwortet werden muss.

Die Antwort ist vielleicht eine Entscheidung, die möglicherweise nicht wohl überlegt wurde. Damit kann eventuell nicht jeder umgehen und fühlt sich unangenehm in die Ecke gedrängt. Dabei ist es durchaus legitim, zu antworten, dass man sich das noch überlegen möchte oder erst nach einem Blick in den Terminkalendar oder Rücksprache mit jemand anderem halten möchte.

In den USA habe ich es wiederrum anders erlebt: Hier habe ich bei meinem letztem Florida-Urlaub viele telefonierende Menschen mit dem Smartphone gesehen. Flatrates in jegliches Netz sind hier auch schon lange selbstverständlich.

Ist meine Vermutung über unser deutsches Telefonverhalten richtig? Wie nehmt Ihr das wahr? Telefoniert Ihr gerne oder absolut nicht? Falls nicht, was stört Euch beim Telefonieren? Ist das Telefonieren der bevorzugte Kommunikationsweg einer bestimmten Generation?