Seit Anfang letzter Woche gelten in Griechenland die Kapitalkontrollen. Geldautomaten versorgen die Griechen täglich mit maximal 50€ und die Banken überlegen bereits nach dem eindeutigem Nein zum Referendum gestern das Limit auf 20€ zu setzen. Zu den Kapitalkontrollen gilt auch, das kein Geld Griechenland zur Zeit verlässt. Keine internationalen Banküberweisung oder ausländischen Kreditkartenabbuchungen können durchgeführt werden. Aus diesem Grund sind auch die großen Internetfirmen gezwungen die Kapitalkontrollen umzusetzen. Griechische Benutzer können Amazon Produkte oder Apps in Apples AppStore nicht kaufen, obwohl sie das Geld dafür haben.

Die Auswirkungen

Für Griechenland kommt eine harte Woche. Die ersten Restriktionen sind spürbar. Nutzer können keinerlei Internetdienste, die nicht lokal in Griechenland ansässig sind, bezahlen. Jetzt wird vielen wahrscheinlich erst einmal deutlich, dass sich die produktivsten Services im Internet nicht nutzen lassen. Nicht einmal Gratis-Apps lassen sich teilweise beziehen. Die günstigen 79 Cent für eine kleine hilfreiche App lassen sich nicht bezahlen.

Dennoch muss ich sagen, dass es nicht so heiß gegessen wird, wie gekocht. Diese Auswirkungen sind vorübergehend und bedingt durch die Kapitalkontrollen der Regierung Griechenlands. Daten aus der Cloud lassen sich noch sichern, Apps sind meist eh nicht überlebenswichtig. Aber es zeigt eins: Die Lebensqualität sinkt, wenn Güter aus dem Ausland nicht mehr importiert werden können. Das wird bei den digitalen Gütern sofort spürbar. Auf Knopfdruck. In den Supermärkten und Geschäften Griechenlands wird das die nächsten Tagen noch deutlich: und das finde ich schlimmer, als keine Gratis-App beziehen zu können.