Natürlich war Edward Snowden nicht physisch auf den CeBIT Global Conferences zugegen, dafür aber live via Google Hangout aus Russland zugeschaltet zum Interview mit Brent Goff und Glenn Greenwald. Bisher hatte ich immer nur ein paar Ausschnitte aus Interviews von Edward Snowden gesehen. Was ihn sehr sympathisch macht: Er legt großen Wert darauf, dass es nicht um ihn und sein Schicksal geht, sondern darum, was die Geheimdienste weltweit für Unfug treiben.

Dennoch hat Moderator Brent Goff immer wieder einmal nachgehackt ob er nicht gerne wieder in die USA wolle und ob er es schade finde, dass Deutschland ihm kein Asyl gewährt. Natürlich würde er, wenn er könnte wieder in die USA zurückkehren.

Leider wird das aber sehr wahrscheinlich nicht straffrei passieren können. Ein Problem beim NSA-Skandal solche vertrauliche Informationen wie die von Snwoden lassen sich nicht straffrei veröffentlichen. Jeder Whistleblower, wie auch Chelsea Manning, macht sich strafbar, selbst wenn die Informationen Straftaten der eigenen Regierung beinhalten. Paradox, nicht wahr?

Die wichtigste Message: Die Geheimdienste greifen die Infrastruktur an

Auch wenn das Interview keine neuen Enthüllungen offenbarte oder Spekulationen zuließ, hat Edward Snowden mit einer Aussage einen wunden Punkt bei den zuschauenden IT-Geschäftsleuten der Global Conferences getroffen:

„Die NSA greift gezielt Menschen an, die Zugriff über wichtige IT-Systeme und kritische Infrastrukturen verfügen. Das müssen wir, das müsst Ihr verhindern. Wir brauchen Verschlüsselungstechnologien, die einfach anzuwenden und von jedem einsetzbar sind.“

Als Beispiel nannte Snowden denn Angriff auf den belgischen Provider Belgacom.

Das war eine für mich sehr klare und starke Botschaft von Edward Snowden an genau der richtigen Stelle platziert. Ich hoffe das ist nicht nur in meinem Kopf hängen geblieben.