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    Kategorie: Internet

Amazon Prime wird immer unattraktiver

Als im Jahr 2007 Amazon Prime in Deutschland gestartet ist, kostete die Versandkostenpauschale 29 Euro im Jahr. Damals ein absoluter No-Brainer für kostenlosen Versand, um nicht mehr zu schauen, ab wann sich die Online-Bestellung lohnt. Erst stieg der Preis nach jahrelanger Stabilität 2014 auf 49 Euro jährlich, brachte aber Prime Video hinzu. 2017 wurde wieder auf 69 Euro jährlich erhöht. Immerhin erst fünf Jahre später im September 2022 gab es die bis jetzt letzte, „direkte“ Erhöhung für Prime auf 89 Euro jährlich.

Jetzt aber gab es vor kurzem eine „indirekte“ Preiserhöhung, indem Prime Video nun Werbung enthält. Um die Werbung wieder los zu werden, bedarf es ein zusätzliches Abo, das 2,99 Euro monatlich kostet. Das entspricht 35,88 Euro aufs Jahr gerechnet, sodass dass Prime-Abo mit werbefreiem Prime-Video jährlich 124,88 Euro kostet.

Lohnt sich ein Prime-Abo?

Bei Amazon ist es inzwischen schwer diese Frage zu beantworten. Der Mindestbestellwert für den kostenfreien Versand ist von 29 auf 39 Euro pro Bestellung gestiegen und bei der kostenfreien Lieferung an Abholstationen ist man von „qualifizierten“ Produkten und der jeweils gegenwärtigen Auslastung der Abholstationen abhängig.

Erreicht man nicht den Mindestbestellwert von 39 Euro für kostenlosen Versand, werden 3,99 Euro fällig. Um mit einem Prime-Abo günstiger zu fahren, müsst Ihr aufs Jahr gesehen mehr als 22 Bestellungen tätigen.

Anders sieht es aus, wenn Ihr zum Streamen Prime Video anstelle von Netflix oder Disney+ nutzt, die jeweils 4,99 Euro monatlich kosten, sind es nur noch mehr als 7 Bestellungen, die nötig sind, um mit dem Prime Abo günstiger zu fahren. Prime Music berücksichtige ich hierbei mal nicht, da bei meiner persönlichen Erfahrung die Auswahl an Songs bei weitem nicht an Spotify herankommt und einen befriedigenden Ersatz darstellt.

Derzeit würde ich schätzen, dass die meisten Streaming-Nutzer Prime Video ergänzend zu Netflix, Disney+ und Co. im Abo haben. Müsste ich mich derzeit für einen Streaming-Anbieter entscheiden, wäre es immer noch Netflix. Daher denke ich nicht, dass der Großteil der Streaming-Zuschauer bspw. Netflix gegen Prime Video austauschen würde.

Klammert man aus der nachfolgenden Infografik von Statista Prime Video aus, weil die Nutzer es automatisch mit dem Prime Abo bekommen, ist Netflix in Deutschland immer noch der Platzhirsch:

Familien und Wohngemeinschaften ausgeschlossen

Als vollzahlender Prime-Kunde lassen sich die Versandvorteile mit einer weiteren Person, die im selben Haushalt wohnt, teilen. Prime-Student Kunden sind hiervon leider ausgenommen. Hier hat Amazon übrigens sein Angebot ebenfalls verschlechtert: Vor 2018 war es noch möglich mit vier weiteren Personen zu teilen. Geteilt wird auch nur der kostenlose Versand, nicht Prime Video. Dennoch: Wer sein Prime-Abo und damit auch die Kosten teilen kann, dürfte mitunter noch am meisten von Prime profitieren.

Fazit

Wer Geld sparen möchte, sollte einmal in seine Bestellhistorie schauen, wie oft er in den letzten 12 Monaten bei Amazon bestellt hat. Wer hier nicht über 22 Bestellungen kommt und der Verzicht von Prime Video kein Problem darstellt, kann den Service problemlos kündigen. Mit Sicherheit ist auch mal die ein oder andere Bestellung kostenfrei an eine Abholstation möglich.

Ein letzter Praxistipp hierbei noch: Meine Erfahrung mit Hermes Paketshops als „Abholstation“ sind hier eher schlecht. Der Versand dauerte bei mir gerne mal ein paar Tage länger als an eine DHL Packstation. Zudem ist man dann noch an die Öffnungszeiten des Paketshops gebunden.

Christopher Piontek: Ich bin ein technikbegeisterter Blogger, nebenberuflich (Fern-)Student der Wirtschaftsinformatik, hauptberuflicher Webentwickler und schreibe auf Bitpage.de gerne Technik-News, Tutorials und Reviews. Meine favorisierten Themen sind #Software, #Internet und digitale Fotografie.
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