Die Schulbuchverlage müssen interaktiven Inhalt liefern
In der Podiumsdiskussion wurde deutlich, dass Schulbuchverlage guten und interaktiven Inhalt für Tablets liefern müssen, damit das Lernen mit Tablets einen Mehrwert bietet, außer dem eines digitalen Collegeblocks. Nicola Beer bzw. die Landesregierung stehen hierbei im Kontakt mit den Schulbuchverlagen diesbezüglich. Ein Zitat der Schulbuchverlage, dass Luise Ludwig im Gespräch mit den Verlagen “entgegen gekommen” ist, ist auch mir hängen geblieben: “Nicht unser Kerngeschäft”.
Einige interaktive Inhalte gibt es bereits von Samsung in ihrer “School Solution”, bei der z.B. der menschliche Körper in seiner Anatomie in einem 3D-Objekt dargestellt wird.
Bei den Praxisbeispielen wurde schnell klar, dass es keine bahnbrechenden Anwendungen mit den Tablets gibt. Die Schüler nutzten bspw. die Tablets, um Ihre Versuche im Chemie-Unterricht aufzuzeichen und präsentieren zu können. Ebenso lassen sich schnell kleine Referate oder Präsentationen in der Stunde mit den Tablets erarbeiten, um diese vorzustellen.
Was ich aus den Workshops mitgenommen habe
Viele der Inhalte waren für mich eher uninteressant. Interessant fand ich die Frage der Kosten und Finanzierung einer “Tablet-Klasse”. Die Finanzierung wird über die Eltern laufen müssen. Laut Samsung Education Manager Thorsten Springer wird Samsung ein Leasing für 12€ bis 15€ monatlich mit einer Laufzeit von zwei Jahren anbieten. Das scheint mir noch auch für finanziell schwächere Haushalte “schaffbar” zu sein. Notfalls muss hier ein Förderverein oder Ähnliches aushelfen. Hingegen kostet das Samsung Education App-Paket 80€ pro Tablet. Für die Samsung School Solution im Server-Betrieb werden pro Client (Tablet) auch noch einmal 30€ (monatlich? einmalig?) fällig für die Schule. Von Bundesland zu Bundesland ist es unterschiedlich, ob die Schule die Lehrmaterialien stellt oder die Eltern diese für die Schüler kaufen müssen. Dementsprechend würde diese 80€ + interaktiven Lehrmaterialien auch von den Eltern bezahlt werden müssen.
Kurzum: eine Tablet-Klasse flächendeckend zu realisieren ist für Staat und Eltern zu teuer. Zudem ist der Mehrwert zu gering, als das man hier auf Biegen und Brechen Finanzierungsmodelle ähnlich BaFÖG kreieren müsste.
Die Zukunft ist der mobile Tablet-Wagen
Das Thema Tablet wird ein spannendes Thema bleiben und ich denke in ein paar Jahren sieht die Diskussion um die Tablets wieder anders aus, da gerade der Wettbewerb im Tablet-Markt lebendig ist und Acer mit seinen günstigen, aber dennoch vernünftigen Tablets den Preisen einheizt. Eventuell entdeckt bis dahin auch Acer die Chance bei Schule und bietet eine ähnliche School Solution wie Samsung.