Home Internet Der Untergang von Rapidshare

rapidshare-logo Rapidshare hat es schwer getroffen. Die Geschäftsführung entlässt 45 der zur Zeit 60 Angestellten, denn es läuft nicht so gut und das Überleben des einst weltgrößte Filehoster steht auf der Kippe. “Die Mitarbeiter (…) glauben nicht an ein Überleben der Firma”, zitiert die Schweizer Zeitung 20 Minuten Quellen aus dem Unternehmen. Laut dem neuen Firmenchef, Kurt Sidler, der von Sage zu Rapidshare gewechselt ist, sagte gegenüber 20 Minuten, dass es konkrete Pläne für die Zukunft gäbe und der Betrieb aufrecht erhalten wird.

Rapidshares Stellungnahme:

Rapidshare ist mit seinem Angebot, große Dateien sicher und günstig zu speichern, zu verwalten und auszutauschen, ein echter Pionier gewesen und hat bis heute Millionen Internetnutzern wichtige Dienste geleistet. Als erster Anbieter im Cloud-Storage-Segment haben wir überdies anderen Services den Weg geebnet. In den letzten Jahren ist der Markt deutlich kompetitiver geworden, und einige Mitbewerber konnten Rapidshare bei Service und Innovationen überholen.

Damit Rapidshare aufholen kann, wäre frisches Kapital nötig.

Seit November letzten Jahres hat Rapidshare eine Traffic-Limitierung auf über öffentliche Links verfügbare Downloads. Kostenlose Accounts durften pro Tag nicht mehr als einen GigaByte Daten übertragen. Ende November wurde auch für die kostenpflichtigen Rapidshare-Pro-Accounts eine Limitierung eingerichtet und es war nur bis zu 30 GByte am Tag ausgehender Datenverkehr möglich.

Auch der “unlimitierte Speicherplatz” für Rapidshare-Pro-Kunden wurde im März diesen Jahres auf 250 Gigabyte runtergeschraubt. Ein intensiv Nutzer, der bei Rapidshare 11 TerraByte belegte und weit im voraus bezahlt hat, hat deswegen bereits Klage beim zuständigem Schweizer Gericht eingereicht.

Rapidshare wird den Anschluss nicht mehr finden

Rapidshare ist 2008 nach meinen Beobachtungen und Vermutungen ein erfolgreiches Unternehmen und der zu der Zeit größte Filehoster geworden, weil das meiste Geld durch illegale Downloads verdient wurde. Dabei unterstelle ich Rapidshare nicht einmal, dass sie davon wussten, aber zu der Zeit wurde noch nicht so harsch gegen illegale Dateien vorgegangen, wie es jetzt der Fall ist. Ebenso gab es damals auch noch eine Vergütung für die Uploader, die mittlerweile auch nicht mehr gegeben ist.

Eine wirkliche Zukunft mit Bezahlmodell hat nur Cloud-Speicher, wie oder Drive es bieten. Dieser Zug ist aber mit Sicherheit schon abgefahren, denn es vergeht kaum ein Quartal, wo bisher nicht ein neuer Cloud-Storage-Dienst eröffnet wird. Box.com, .cz oder Copy.com sind nur ein Paar, der vielen neuen Cloud-Speicher-Anbieter.

Für die Mitarbeiter von Rapidshare tut es mir leid, dass es sie jetzt trifft, weil die Neuausrichtung auf Cloud-Speicher von Rapidshare so lange gedauert hat und fast verschlafen wurde. Der Gründer von Rapidshare, Christian Schmid, dürfte mit seiner Multimillionen-Villa in Vitznau am Vierwaldstättersee aber seine Schäfchen im Trockenen haben. Es sei ihm auch gegönnt, denn immerhin dürfte er nicht unwesentlich den Fortschritt von Filehosting in diese Richtung gelenkt haben.

via Golem