Wer der NSA-Ausspähaffäre nur ein wenig gefolgt ist, dürfte klar sein, dass unsere Internetkommunikation an vielen Stellen überwacht wird und unsere E-Mails die Sicherheitsstufe einer Postkarte im realen Leben haben. Auf dem Weg vom Sender bis zum Empfänger kann also jeder ungehindert in die Mail hineinschauen, es sei denn man benutzt eine kryptographische Verschlüsselung.

Verschlüsselung ist nichts neues und PGP-Mailverschlüsselung existiert schon seit über 24 Jahren. Bisher haben aber nur Technikaffine verschlüsselt und viele von den Technikinteressierten auch aus Bequemlichkeit nicht. Aus diesem Grund ist United Internet, zu denen GMX, Web.de und 1&1 gehören, nun eine Kooperation mit dem deutschen Anbieter Mailvelope eingegangen, um ihren Nutzern Verschlüsselung so einfach wie möglich zu machen.

Einrichtungsassistent hilft beim Verschlüsseln

In den Einstellungsmöglichkeiten von Web.de und GMX findet sich jetzt der Punkt „Verschlüsselung“. Hier wird das Browser-Plugin Mailvelope (erhältlich für Chrome und Firefox) installiert sowie ein Schlüsselwert zur Generierung des privaten und öffentlichen Schlüssels eingegeben. Danach kann man sich seinen Sicherungsschlüssel, zur Wiederherstellung bzw. für den Transfer aufs Smartphone ausdrucken oder so wie ich als PDF drucken.

In meinem kurzen Test war es mir zwar nicht möglich, eine verschlüsselte E-Mail an Empfänger zu senden, die nicht Kunde bei United Internet sein. Das soll laut dem deutschen Internet-Giganten aber möglich sein. Begrüßenswert ist, dass der Kooperationspartner Mailvelope auf  OpenPGP.js basiert und ebenfalls Open Source ist. Nur durch Open Source kann Verschlüsselungstechnologien wirklich vertraut werden.

Mailvelope
Entwickler: www.mailvelope.com
Preis: Kostenlos