Home Hardware Business-Power: HP Elitebook Folio 1020 G1 T4H47EA getestet

HP Elitebook 1020 G1 aufgeklappt Aufmacher Bild

Bei uns geht es weiter mit Tests zu Notebooks von Hewlett Packard. Jetzt ist der Business-Begleiter Folio 1020 G1 in der Bang & Olufsen Special Edition aus der Elitebook-Reihe auf dem Prüfstand. Mein Erfahrungsbericht zeigt, dass das Ultrabook nicht nur schick aussieht, sondern auch viele Kleinigkeiten richtig macht. Wird es den Anforderungen an ein mobiles Arbeitstier gerecht? Unser Dank gilt Notebooksbilliger, die uns das Folio für diesen Test zur Verfügung gestellt haben.

Technische Daten

  • 12,5 Zoll Multitouch-Display mit einer Auflösung von 2560 x 1440 Pixel (WQHD)
  • Intel Core M 5Y71 Prozessor 2x 1.20 GHz
  • 8 GB Arbeitsspeicher, der bis zu 16 GB erweiterbar ist
  • Intel HD Graphics 5300 mit DirectX11 Unterstützung
  • Ethernet LAN via Adapter: 10 MBit/s, 100 MBit/s, 1000 Mbit/s
  • Wireless LAN 802.11 a/b/g/n/ac, Bluetooth 4.0, NFC
  • Fingerabdruck-Sensor
  • wasserabweisende Tastatur mit Beleuchtung
  • lüfterlos (!)
  • microSD-Kartenleser
  • 0.9 Megapixel Webcam
  • erfüllt MIL-STD 810G Standard: Stürze, Stöße und sonstige Erschütterungen sollen kein Problem sein
  • Windows 10 Pro 64 Bit
  • HP Long-Life-Polymer-Li-Ion-Akku, 4 Zellen, 40 Wh mit einer vom Hersteller angegebenen Laufzeit bis zu 10 Stunden
  • Gewicht: 1,21 kg

Edle Business-Power

Das HP Elitebook Folio 1020 G1 gehört zu den wenigen Notebooks, die komplett ohne einen Lüfter auskommen und dank der 512GB SSD nahezu geräuschlos seine Leistung entfaltet. Dieser Vorteil, unter Volllast nicht von laut rotierenden Lüftern, hat allerdings auch einen gewissen Preis: Das Elitebook wird unter Last recht warm, was auf dem Schoß nach etwa einer Stunde schon unangenehm wird. Im PCMark 8 Work-Benchmark erreicht die CPU Temperaturen von 60 Grad – klar, dass das auch irgendwann unangenehm für die Schenkel wird. Die Gehäuseoberseite ist aus Aluminium gefertigt, während die Unterseite – der im Gegensatz zu Aluminium niedrigeren Wärmeableitung zu Gute – aus Plastik gefertigt ist. Die Oberfläche der Unterseite hat einen extrem guten Grip, sodass im Schoß oder auf glatten Oberflächen guter Halt gegeben ist. Das weiß ich an Notebooks sehr zu schätzen. Bei vielen glatten Aluminium-Bodys lässt es sich nicht gut im Schoß arbeiten, sitzt man nicht „gerade“ im rechten Winkel, rutscht es auf Dauer doch in Richtung Boden.

Display: klein aber fein

Mit 12,5 Zoll zählt das HP Leichtgewicht zu den kleinsten Displaygrößen, die wir im Notebook-Markt finden. Nachteilig ist die glänzende Oberfläche, die störende Reflexionen begünstigst. Im Gegenzug gibt es mit 300 cd/m² eine helle Ausleichtung und eine sehr gute Blickwinkelstablität. Kollegen können also auch problemlos von der Seite reinschauen. Abgerundet wird das Business-Notebook mit einem tollen Kontrast von 1300:1. Habe ich eigentlich erwähnt, dass es ein Multitouch-Display ist?

Leistungsklasse Business-Sparsam

Die Akkulaufzeit ist seitens HP mit bis zu 10 Stunden angegeben. Mit meinem recht anspruchsvollen Nutzungsverhalten (mehrere Browser-Fenster mit vielen Tabs, Musik und einigen geöffneten Programmen) komme ich auf knappe vier Stunden, bevor ich an die Steckdose zurückkehren muss. Zügle ich mich dabei komme ich auf etwas über fünf Stunden Akkulaufzeit. Der Prozessor ist ausreichend dimensioniert für Bürotätigkeiten vom Surfen in mehreren Tabs und Fenstern bis zur Bearbeitung umfassender Excel-Tabellen. Als Multimedia-Notebook eignet sich das HP Elitebook Folio 1020 nur bedingt. Videos zu schauen ist natürlich kein Thema, sie aber zu bearbeiten dürfte auf Dauer kein besonders großen Spaß machen. Grafikwunder darf man ebenfalls vom Folio nicht erwarten. Allerdings ist das Gelegenheitsspielen älterer Titel wie z.B. Counter-Strike, Aion oder die Sims 4 in niedrigeren Einstellungen möglich. Eine Liste mit Spieletiteln, die laufen, stellt Intel zur Verfügung. Insgesamt bin ich sehr zufrieden mit der Performance des Business-Begleiters. Das mobile Arbeiten macht großen Spaß und sorgt dank der goldfarbenen Akzente in Besprechungsräumen für interessierte Blicke.

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Anschlüsse und Konnektivität

Für Geschäftsleute interessant dürfte der proprietäre Docking-Anschluss des Folios sein, der Erweiterungen und Anschluss von Port-Replikatoren ermöglicht. Im Lieferumfang befindet sich hierfür ein Kombi-Adapter, der VGA und Ethernet bei Bedarf nachrüstet. Der Systemadmin hingegen freut sich hier noch mehr über den verbauten TPM 1.2 Chip für die Aufbewahrung der kryptographischen Schlüssel und dem Fingerabdruck-Sensor, der den Zugriff absichert und gleichzeitig schneller als ein Passwort ist.

Ein HDMI-Ausgang für Konferenz-Beamer und Monitore ist natürlich vorhanden. Zwei USB 3.0-Anschlüsse bieten nicht unendlich viele Anschlussmöglichkeiten für Peripheriegeräte und sind für meinen persönlichen Geschmack unter dem Minimum von drei USB-Ports. Statt aber einen dritten USB-Port zu verbauen, hat HP hier noch einen microSD-Kartenleser verbaut. Er nimmt zwar weniger Platz als ein USB-Port ein, aber im Geschäftsalltag hantiert man eher mit USB-Sticks oder maximal SD-Karten, wenn überhaupt das Speichermedium nicht online verfügbar ist. In Sachen drahtloser Konnektivität ist das Elitebook Folio mit WLAN-ac-Standard, Bluetooth 4.0 und NFC auf der Höhe der Zeit.

Touchpad und Tastatur

Das Touchpad des HP Folio Elitebooks bietet genügend Platz fürs Scrollen mit zwei Fingern und auch für das Bewegen der Maus ohne vielfach den Finger neu aufsetzen zu müssen. Ergänzend hierzu ist das Multi-Touchscreen-Display, dass etwas mehr Komfort bzw. Platz für Gesten, wie z.B. Pinch-to-Zoom, bietet. Eine Besonderheit, die wahrscheinlich gewöhnungsbedürftig ist: das Touchpad unterstützt Forcetouch. Um einen Klick auszuführen muss nur ein wenig mehr Kraft aufgewendet werden. Haptisch gibt es zwar kein Feedback, ein Klickgeräusch wird aber über die Lautsprecher ausgegeben, sofern diese nicht still geschaltet sind. Forcetouch ist aber auch bei weiteren Fällen behilflich, wie beispielsweise beim Scrollen mittels zwei Finger auf Webseiten, sodass nach der Streichbewegung nur etwas Druck ausgeübt werden muss, damit weiter gescrollt wird, ohne erneut Streichen zu müssen. Je nach aufgewendeter Kraft variiert die Scrollgeschwindigkeit. Auch wenn Forcetouch eine nette Evolution bei Eingabegeräten ist, streiche ich lieber über das Touchpad als Kraft aufzuwenden. Das ist sicherlich Geschmackssache.

HP-Elitebook-Folio-1020-G1-Touchpad    HP-Elitebook-Folio-1020-G1-Soundbar

 

Einen sehr angenehmen und kurzen Druckpunkt haben die Tasten der wasserabweisenden Tastatur. Sie ist für Vielschreiber und ungeschickte Kaffeetrinker geeignet. Die Tastatur ist inselartig eingelassen in der Aluminium-Oberseite des Notebooks. Auf Grund des Platzmangels ist sie komprimiert angeordnet, aber die Freiräume zwischen den einzelnen Tasten sind ausreichend groß. Nach kurzer Eingewöhnungsphase habe ich die Tasten sicher treffen können. Zum Vergleich: Wer sich noch an die Netbooks von früher erinnert, weiß, dass eine zu kleine Tastatur ein Krampf für Vielschreiber sein kann. Das ist hier aber nicht gegeben. Zudem ist die Tastatur auch hintergrundbeleuchtet. Die Beleuchtung lässt sich in drei Stufen dimmen. Gefallen tut mir hier auch die in kupferfarben gehaltene Beschriftung der Tasten, die sich gut einreiht in das von Bang und Olufsen gestaltete, in kupfer, schwarz-anthrazit gehaltene Design einreiht.

Sound von Bang & Olufsen

Neben Design, ist Bang & Olufsen natürlich für den guten Klang verantwortlich. In diesem Fall liefert der große Name für mich allerdings nicht den Sound, den ich erwartet hätte. Anders als beim HP Spectre x360 ist das Klangerlebnis nicht ganz so klar und klingt eher so, als wäre der Equalizer auf „elektronisch“ eingestellt. Die mögliche Lautstärke reicht, um Musik ausreichend laut zu hören. Mehr als schätzungsweise fünf Quadratmeter lassen sich damit aber nicht beschallen. Dennoch denke ich, dass der Sound mit Hinblick auf die kleine Soundbar unterhalb des Displays, das Optimum in Bezug auf den zur Verfügung stehenden Platz rausholt. Bedenkt man, dass es ein Business-Notebook ist, braucht es sich in der Kategorie vor seinen Mitstreitern nicht zu verstecken.

Bilder

Fazit

Wer ein mobiles Arbeitsgerät sucht, wird beim HP Elitebook Folio 1020 G1 fündig. Durch sein niedriges Gewicht von 1,21 Kilogramm, einer konkurrenzfähigen Akkulaufzeit und einer nach Militärstandard MIL-STD 810G zertifizierten Robustheit, eignet sich das griffige Business-Notebook sehr gut für den mobilen Geschäftseinsatz. Dank Bang & Olufsen sieht das Ultrabook schick im kupferfarbendem „The Love Affair Collection„-Stil aus und bietet einen entsprechend der Größe des Fliegengewichts guten Sound. Der Intel Core M-Prozessor ist dabei zwar nicht das schnellste Glied der Kette, dennoch sorgen RAM und SSD für performante Büroarbeiten. Abgerundet mit einem kontrastreichem Multitouch-Display und einem wertigen Aluminium-Teilgehäuse ergibt sich ein sehr eleganter und robuster Alltagsbegleiter. Mit einem Straßenpreis von ca. 1.200€ ist das HP Folio nicht das günstigste Business-Gerät, aber eine in meinen Augen preiswertere Alternative zu Apples Macbooks. Stehen im Business-Alltag keine Multimedia-Aufgaben wie Videoschnitt an, ist das Notebook die passende Wahl für Geschäftsleute, aber auch versierten Privatanwendern.


4 Antworten zu diesem Blogbeitrag
  1. Danke für den Testbericht! Ich hatte früher ein HP Mini-210, dann lange Jahre einen Desktop-Rechner und bin nun wieder auf der Suche nach einem mobilen Gerät. Das Panel schafft ja laut Testbericht eine Auflösung von 2560×1440 px – meine Frage ist nun: Was kann ich davon über den HDMI-Ausgang „rausholen“?

    Ich frage deswegen, weil ich das Gerät gerne gelegentlich an einen Ultra HD Fernseher anschließen würde. Auf https://www.hdmi-experte.com habe ich gelesen, dass ich dazu mindestens ein HDMI-Kabel der Version 2.0 haben muss – ist das soweit korrekt? Für mich interessant ist nun, ob der HDMI-Ausgang des Elitebook auch diese HDMI Version unterstützt bzw. wo da das Limit hinsichtlich der Auflösung liegt?

  2. Richtig guter Testbericht. Solide. Vor allem hatte ich nicht den Eindruck, einer Verkaufsveranstaltung beizuwohnen. Danke dafür. Kann hilfreich für mich als Entscheidungshilfe sein, und sicher nicht nur für mich.