Home Hardware Die eigene Maus basteln: Chris im Interview

Bild: Christian Linke

Chris ist begeisterter Arduino-Bastler und bloggt auf IdeaDevStorage. Arduino ist eine Open Source Soft- und Hardware-Plattform für Mikrocontroller. Die Besonderheit neben Open Source liegt bei Arduino in der „Einfachheit“. Wälzen von langen Datenblättern zur Mikrocontroller-Programmierung gehört hier nicht dazu. Momentan arbeitet Chris an einer Anleitung zur Produktion der eigenen, passgenauen Computer-Maus, die sich Jeder mit Hilfe eines günstigen Arduino-Boards und 3D-Druck erstellen und leisten kann. Chris war so freundlich und hat mir zu seinem Projekt Rede und Antwort gestanden.

Chris, Du bastelst momentan eine eigens entworfene Maus mit Arduino. Bitte stell Dich uns doch mal vor und erzähl uns, was Arduino eigentlich ist.

Hey Christopher, ja das stimmt soweit. Ich bin der Chris in den weiten des Netzes auch als BlackBoxCoder bekannt. Ich bin 21 Jahre alt und bin Auszubildender zum Fachinformatiker für Systemintegration. Privat beschäftige ich mich mit der Arduino-Plattform und meinem Blog. Ich bin auch leidenschaftlicher Hobby-Programmierer.
Arduino, was ist Arduino genau? Arduino ist eine freie Microcontroller-Plattform, sie ist für Anfänger und Kreative sehr leicht zu bedienen.
Ich bastel seit circa Mitte 2012 mit dem Board herum. Ich bin begeistert von der Sensoren-Messung. Es lassen sich ebenso leicht Motoren steuern. Besonders begeistert bin ich bei dem Arduino-Projekt von den vielen Shields und den Modulen. Denn diese bieten die Möglichkeit, sich direkt auf die Logik und das Programmieren zu fokussieren.
Man muss nicht immer das Rad neu erfinden. Die Bibliotheken zu den einzelnen Shields sind ebenfalls so umfangreich, dass es nicht viel Arbeit benötigt, diese in die Projekte einzubinden. Auch die Kosten sind gering. Zumindest wenn man kein Problem mit langen Lieferzeiten hat. So kann man sehr viele Schnäppchen auf Ebay aus China schießen.
Was hat Dich darauf gebracht eine eigene Maus zu entwickeln und was benötigst Du dafür? Kann so jeder selbst eine Maus erstellen, die perfekt an die eigene Hand angepasst ist?
Hast du schon einmal lange mit der Maus gearbeitet? Man kann es auch mit intensivem Zocken vergleichen. Die Haltung die man beim Bewegen der Maus annimmt, ist unmenschlich. Das kann Jeder sehen der sich einmal aufstellt und die arme baumeln lässt. die Handflächen sind in entspannter Haltung, schon bemerkt man, dass diese eben parallel zur Hüfte ausgelegt sind. Die Maus wie die Meisten sie bedienen, ist das exakte Gegenteil. Also entweder ich kaufe mir eine ergonomische Maus für viel Geld oder bastel mir nach dem MAKE!-Prinzip eben selbst Eine. Ein Beispiel-Korpus für eine ergonomische Maus ist dieser.
Für die eigene Maus wird nur relativ wenig Hardware benötigt. Ein Joystick, 3-4 Push-Buttons, ein Arduino-Board und natürlich einen 3D-Druck für den Korpus. Es wird eine DIY-Anleitung geben und zusätzlich einen Vorschlag für den Körper als 3D-Objekt-Datei.  Die Software für den Arduino und für den Computer natürlich. Damit kann Jeder seine Maus erweitern und auch selbst formen. Ich würde sobald das Projekt funktioniert und abgeschlossen ist dafür eine Homepage einrichten. Jeder soll die Möglichkeit haben dort seine eigenen Formen hoch zu laden und auch Bewerten zulassen.
Das klingt interessant. Gerade für Bildschirmarbeiter, die gerne auch mal Opfer des Mausarms werden, hört es sich nach einer kostengünstige Alternative an. Leute die beruflich oder privat viel vor dem Computer arbeiten dürften größtenteils damit auch zu deiner Zielgruppe gehören. Wird es mit deiner DIY-Anleitung möglich sein, auch ohne Vorkenntnisse von Arduino und Mikrocontrollern die eigene Maus zu bauen? Wie kommt mal als normaler Digital Native an einen 3D-Drucker, um seinen Maus-Körper auszudrucken?
Das ist eine durchaus berechtigte Frage! Die DIY Anleitung ist im Grunde genommen, wenn man dann den Körper benutzt, den ich mir vorstelle, ein einfaches Stecken der einzelnen Teile. Ich stelle mir vor, dass der Endanwender nicht mehr Arbeit haben sollte, als man es mit einem Lego-Kit hat.
Das Einspielen der Software für den Arduino, gebe ich zu, ist eine kleine Hürde. Aber mehr als einmal den Code auszuführen ist es nicht.
Es gibt in vielen Städten die MAKE-Bewegung. Viele Hackerspace`s oder Rep-Rap-Gruppen gewähren Zugang zu einem Drucker gegen geringe Verschleiß und Material-Kosten-Übernahme.
Wer nicht kontaktfreudig ist und es „professioneller“ mag, der kann auch einen Rapid-Prototyping-Service in Anspruch nehmen. Ein Beispiel wäre hier 3D Activiation.
Viele Wege führen nach Rom. Jeder muss ihn für sich entscheiden. Aber ich kann sagen, dass es immer spannender ist neue Leute kennen zu lernen und die Jungs haben viel drauf.
Super Chris, vielen Dank für’s Interview. Sobald dein Projekt fertig ist und deine Homepage dazu veröffentlicht, werde ich gerne nochmal darüber schreiben. Ich finde die Arduino-Plattform sehr spannend und wer kann schon von sich behaupten, seine Computer-Maus selbst hergestellt zu haben!? Wer ebenfalls wie Chris Lust und Interesse an Arduino und einer eigenen Maus hat, kann sich bei ihm unter admin[at]idea-dev-storage.de melden.

Eine Antwort zu diesem Blogbeitrag
  1. […] Hier geht es zum ganzen Interview: Die eigene Maus basteln: Chris im Interview […]