Letzten Sonntag am 15.12.2013 war der von Tom und Kevin inszenierte OfflineDay.  Jeder Teilnehmer war dazu aufgerufen 24 Stunden auf sein geliebtes Internet zu verzichten und darüber zu bloggen. Solche Experimente finde ich immer sehr spannend und habe mich dazu entschlossen ebenfalls teilzunehmen. Ohne Internet auszukommen dürfte ja kein Problem sein. Gerade dann, wenn ein hauptberuflicher Journalist es  ein halbes Jahr hinbekommen hat. Gerade auf dem Smartphone bedeutet kein Internet auch kein WhatsApp, keine Cloud-Services und natürlich auch keine E-Mail. Letztes Wochenende war ich bei Daniel Höly, dem Herausgeber von SHIFT, in Bonn zu Besuch. In Bonn zu schauen, welches der Sehenswürdigkeiten ein Portal in Ingress darstellt und es ggf. einzunehmen, war ebenfalls nicht möglich. 

Bei Daniel habe ich das Internet nicht vermisst. Schließlich war ich bei ihm, um auf den Erfolg von SHIFT anzustoßen, die Crowdfunding-Phase nochmal Revue passieren zu lassen und zu hören, wie es eventuell mit SHIFT weitergeht. Doof nur, dass ich als Navigation fürs Auto Google Maps nutze, dass auf mobile Daten angewiesen ist. Den Hinweg hatte ich so nach Bonn gefunden. Daher bat ich Daniel mir die Route nach Hause auszudrucken. Ein kleiner Cheat, wenn man es streng nimmt. Aber nach Atlas ohne Co-Piloten zu fahren, hätte ich nicht gewollt.

Zuhause angekommen

Zuhause wieder angekommen, nervte mich das fehlende Internet wieder. Ich wollte die in Bonn geschossenen Bilder auf meinen Computer ziehen. Normalerweise geschieht das automatisch durch den Dropbox-Kamera-Sync, wenn mein Smartphone sich ins WLAN einloggt. Nun gut, also musste das altmodische microUSB-Datenkabel wieder her. Interessiert hätte mich auch noch, welches Kabinett unsere Bundesregierung darstellt. Das wurde am OfflineDay bekannt gegeben. Erfahren hab ich aber nur oberflächlich etwas im Radio. Mal eben auf Spiegel Online nachschauen und informiert sein, war nicht drin. Im Nachhinein denke ich mir, dass ich auch im Teletext hätte nachschauen können, um meine Neugier zu befriedigen.

Wenig später wollte ich die letzten Stunden des OfflineDays beim Filme schauen verbringen und abschalten. Doof war nur, dass ich seit Anfang des Jahres auf Video-On-Demand setze. Zuerst war ich Kunde bei Watchever und nun bin ich dank günstigem Studenten-Rabatt bei Lovefilm gelandet. Das viel also flach und einen alten Film, den ich schon kenne, wollte ich nicht schauen. Zum Glück konnte mir die DVD-Videothek meines Mitbewohners aushelfen. Bei einem gemütlichen Bier ist dann auch mein OfflineDay ausgeklungen.

Hatte der OfflineDay auch was Gutes?

Ja! Ich lies mich nicht ablenken durch WhatsApp-Nachrichten und tröpfchenweise eintrudelnde E-Mails auf dem Smartphone. Da bei mir viel Kommunikation über WhatsApp läuft, war ich quasi mal nicht erreichbar. Das war entspannend. Was mir aber durch den Verzicht aufs Internet nochmal deutlich klar wurde: Wir besitzen kein anderes Informationsmedium, das so schnell ist, wie das Internet. Es ist ein Vorteil, dass einen großen Teil unseres Wohlstands ausmacht in Bezug auf Unterhaltung, Wissen und Kommunikation. Das lernt man nach einem OfflineDay wieder mehr zu schätzen.

Der Termin für den Offline Day 2014 steht übrigens auch schon fest. Der 15. Dezember 2014 soll es sein.

Andere OfflineDay-Teilnehmer: