Home Hardware DHL startet einzigartiges Quadrocopter Pilotprojekt in Europa

DHL startet bald offiziell und kommerziell das Quadrocopter-Pilotprojekt zur Belieferung der Nordseeinsel Juist mit Medikamenten und dringend benötigten Gütern. Dabei kommt der Quadrocopter  MD4-1000 von microdrones zum Einsatz, der speziell für dieses Vorhaben von DHL umgebaut wurde. Er hat einen stromlinienförmigen und wasserdichten Behälter unterhalb montiert, in dem Platz für Waren bis 1,2 kg sind. Jeden Freitag soll von nun an die Drohne die Warenlieferung durchführen.

Einzigartiges Projekt in Europa

Bislang gab es noch kein solches Projekt in Europa. Weltweit vielleicht, aber das ist mir nicht bekannt. Amazon selbst experimentiert mit Amazon Prime Air ebenfalls mit Drohnenlieferungen, hat aber noch kein offizielles Projekt über Testflüge hinaus realisiert. Drohnenflüge unterliegen strengen Regelungen in Nordamerika und Europa. DHL ist deshalb sehr stolz auf ihr einzigartiges Projekt:
„Erstmals darf mit dem DHL Paketkopter ein unbemanntes Luftfahrzeug außerhalb der Sichtweite des Piloten in der realen Welt eine Transportaufgabe erledigen“, sagt Jürgen Gerdes, Mitglied des Post-Vorstands, gegenüber der Nachrichtenagentur dpa. „Das ist ein regulärer Flugbetrieb.“

Die Flugstrecke

Der DHL Paketcopter startet in Norddeich und fliegt zur 12 Kilometer entfernten Küste von Juist. Dabei überfliegt der gelbe UAV über kein bewohntes Gebiet, um eine Gefährdung auszuschließen. Die Drohne soll eine konstante Flughöhe von 50 Metern einhalten und navigiert via GPS. Eigentlich könnte der Quadrocopter 50 Kilometer die Stunde fliegen. Den Linienflug soll er aber nur mit 30 km/h ausführen.

Kein autonomer Flug, sondern mit Überwachung

Eine mobile Bodenstation soll von Norddeich aus den Flug überwachen und kann – wenn nötig – im Notfall eingreifen und ein Mensch hat wieder die Kontrolle über den Flug. Ein komplett autonomer Flug außerhalb der Sichtweite eines Drohnenpiloten ist nach der deutschen Luftverkehrsordnung nicht erlaubt. Auch wenn DHL für die Flüge etliche Genehmigungen von der Flugsicherung bis zur Nationalparkverwaltung Wattenmeer und anderen Stellen eingeholt hat, muss trotzdem jeder Flug extra angemeldet werden.