Home In eigener Sache Tobit führt Chayns Kunden an der Nase herum, 10.000 Apps aus Google...

Logo des Google Play Stores

Als ich gestern beim Blogger-Kollegen Vitti gelesen habe, dass sämtliche Tobit Chayns Apps aus dem Google Play Store geworfen wurden, war ich überrascht, dass ich davon nichts mitbekommen habe. Und tatsächlich auch unsere Blog-App Bitpage.de, die ich mit Tobit Chayns erstellt habe, ist im Google Play Store nicht mehr zu finden. In den anderen Smartphone-Stores wie bei Amazon, Apples AppStore oder im Windows Store ist die App weiterhin vertreten. Klar, dort gelten Googles Richtlinien nicht. Als Erstes habe ich mich sehr über Tobit Software geärgert, dass ich genau wie Vitti auch, keine Hinweis-Mail auf den Massen-Rausschmiss bekommen habe. Viel schlimmer aber noch ist, dass Tobit die Dreistigkeit besitzt und die Schuld im Blogbeitrag „Google lässt die Muskeln spielen“ dem Suchmaschinenriesen in die Schuhe schiebt.

Tobit hat in meinen Augen vorsätzlich gegen Googles-Richtlinien verstoßen

Eine gewagte Anschuldigung, ich weiß.  Da mir die nachfolgende, inkonkrete Aussage im Blogbeitrag „Google lässt die Muskeln spielen“ von Tobit aber sauer aufgestoßen ist, habe ich hierzu mal ein wenig recherchiert. Tobit schreibt im Blogbeitrag:

„Schlimmer noch: Erst eine Woche nachdem Google die chayns®-Apps unvermittelt aus dem Play Store genommen hat, hat die Übermacht aus Mountain View dann am 25. September 2014 ungeachtet europäischen Rechts ihre Geschäftsbedingungen an ihr Handeln angepasst. Danach ist für die Publizierung nun ein eigenes Developer Konto erforderlich, auch wenn man selbst nicht der Developer ist.“

Welche Änderung hat Google bitte vorgenommen und warum verstößt sie gegen geltendes Recht? Was sind denn die Geschäftsbedingungen zu Google Play? Die rechtlichen Hinweise zum Play Store oder die Vereinbarungen zum Entwicklervertrieb? Bitte werdet da doch mal konkreter. Ich nehme an, dass die Google Play Vereinbarung über den Entwicklervertrieb gemeint sind, die am 25. September verändert wurde. Die Änderungen zur vorherigen Version listet Google in einer Zusammenfassung auf. Ich denke Tobit meint die Änderung des Abschnitts 4.5, bei der es „nun eindeutigere Bestimmungen im Hinblick auf die Verbreitung von Drittanbieter-Apps bei Google Play, um die Aufrechterhaltung eines sicheren App-Ökosystems zu unterstützen“, gibt. Der Abschnitt lautet nun konkret:
„4.5 Alternative Stores. Sie dürfen den Store nicht nutzen, um Produkte zu vertreiben oder bereitzustellen, deren Zweck darin besteht, die Verbreitung von Softwareanwendungen und Spielen für Android-Geräte außerhalb des Stores zu unterstützen.“ Allerdings sind hier alternative App Stores wie der Amazon AppShop oder der App Store von AndroidPIT nach meiner Interpretation gemeint, aber…

Googles Play Store Richtlinien schlossen seit 2012 bereits Tobits Masseneinstellung von Tobit Chayns Apps aus

Die Google Play Store Richtlinien schliessen das massenhafte Einstellen von Tobit Chayns Apps unter dem Entwickler-Account von Tobit Software schon seit dem 03. August 2012 aus, sofern man der Wayback Machine glauben schenken darf. In den Richtlinien heißt es unter dem Abscnhitt „Spam und Platzierung im Google Play Store“ konkret im vierten Auflistungspunkt: „Apps, die über ein automatisiertes Tool oder einen Assistenten erstellt werden, dürfen nicht vom Anbieter des betreffenden Dienstes im Auftrag anderer Personen bei Google Play eingereicht werden.“

Man kann also denken, dass Tobit Software von den Google Play Store Richtlinien schon länger genaustens weiß, immerhin wird in den Vereinbarungen zum Entwicklervertrieb des öfteren auf die „Programmrichtlinien für Entwickler“ mit Verlinkung auf die Google Play Store Richtlinien hingewiesen. Die von Tobit beklagte Spam-Bereinigung seitens Google des Play Stores sieht daher sehr „vorgeschoben“ aus. Je nachdem, wen man fragt, empfinden einige – mich eingeschlossen – Tobit chayns als eine Art Spam. Schließlich bietet die App außer Push-Benachrichtigungen nur wenig bis keinen Mehrwert an. Es werden ja lediglich nur die Facebook Posts in der App dargestelt zuzüglich ein paar Informationsseiten, die der Anbieter selbst gestalten kann.

Keine schlafenden Hunde wecken?

Ich denke, dass Tobit Software sich des Risikos des Massenrausschmiss bewusst war. Google hat nicht von Anfang an rigoros seinen Play Store gemäß den eigenen Richtlinien sauber gehalten. Da die tausende Chayns-Apps ohne Probleme eingestellt werden konnten und auch über zwei Jahre verfügbar blieben, wollte man wohl kaum mal Nachhaken. Da ist es doch einfacher das Risiko weiter einzugehen. Jetzt kommt die Quittung. Ich ärgere mich mittlerweile, dass ich Tobit chayns damals auf der CeBIT 2013 im Planet-Reseller-Bereich für 50€ gekauft habe, um es auszuprobieren.

Tobit macht im Grunde keine schlechte Software und veranstaltet legendäre Messe-Partys auf der CeBIT. Trotzdem sollte das Unternehmen sich der Schuld am eigenen Desaster bewusst sein. Außerdem kann ich Google sehr gut verstehen: Das massenhafte Einstellen über einen Entwickleraccount ist ein Hack, um den 25 US-Dollar Registrierungs- bzw. Schützgebühr zu umgehen. Die Schutzgebühr ist auch nicht wahnsinnig viel und fällt nur einmalig an. Zu schade nur, dass Tobit Software nicht von Anfang an, den richtigen Weg gegangen ist. Ob da nun Benutzerfreundlichkeit oder das liebe Geld eine Rolle gespielt hat, darf sich jeder gerne selbst Gedanken machen. Ich werde meine Tobit chayns App nicht selbst zurück in den Play Store bringen.


2 Antworten zu diesem Blogbeitrag
  1. Bin gerade über einen Link von der Tobit Seite auf diesen Blog gestoßen. Wer ist denn dieser Autor, der sich solche Anschuldigungen gegenüber einem großen deutschen Hersteller herausnehmen kann? Mach du erst einmal deine Hausaufgaben und recherchiere gewissenhaft deine Beiträge, bevor du hier solche Töne anschlägst und mit Halbwahrheiten daher kommst. Wir hab das System von Tobit seit ca. 1,5 Jahren im Einsatz und nicht nur mit ein paar Push Nachrichten. Das Ding kann weiß Gott mehr. Du hast keine Ahnung davon. Und dass irgendwann ein Storebetreiber nicht mehr mitspielt und Geld sehen will, war uns klar. Jetzt den DevAccount für uns einzurichten, finden wir sogar noch vorteilhaft für uns. So ist die App unter unserem Namen veröffentlicht und für 25 $ ca. 1,5 Jahre lang eine tolle eigene App zu haben, ist schon cool.

  2. Wo liegen den für einen die Risiken, wenn man sich
    jetzt selber als Entwickler für die App einträgt?