Cloudflare startet neuen DNS-Server 1.1.1.1.

Hinter jeder Internetadresse steht eine mindestens vierstellige IP-Adresse. Weil wir uns natürlich IP Adressen wie 144.76.105.13 nicht merken, lösen DNS-Server in diesem Beispiel die Domain bitpage.de zu dieser IP auf. Das übernimmt standardmäßig Euer Provider, sei es Telekom, Vodafone oder Unitymedia. Diese sind aber meist nicht nur um einiges langsamer, sondern fallen auch gerne mal aus und dann funktioniert das Aufrufen von Webseiten nicht mehr, außer denen die Ihr vorher schon besucht habt und sich bei Euch lokal im Cache befinden. Dies wurde zuletzt auch in der Türkei als Zensurmittel indem die DNS-Anfragen zu twitter.com blockiert wurden, um ein Austausch darüber zu verhindern. Hier haben sich die Leute schnell mit Googles leicht zu merkendem DNS-Server 8.8.8.8 als Alternative beholfen. Aber auch aus Datenschutzgründen ist der DNS-Server interessant. Durch die DNS-Anfragen, lässt natürlich ganz einfach ableiten, ob Euer PC die IP-Adresse 216.18.168.116 haben möchte, die die Domain youporn.com auflöst.

Cloudflares DNS 1.1.1.1 und 1.0.0.1

Cloudflare selbst ist vorrangig ein Content Delivery Network-Anbieter. So werden auf Cloudflares Server überall auf der Welt Webseiten gespiegelt, damit Dienste wie die Skype- und Teamspeak-Alternative Discord auch in unserem Land schnell laden, ohne dass die Daten nach Übersee geschickt werden müssen. Dadurch hat Cloudflare bereits eine sehr gute Netzwerk-Infrastruktur weltweit und beste Voraussetzungen einen eigenen DNS-Resolver anzubieten. Um Cloudflares DNS zu nutzen, müsst Ihr einfach in die Netzwerkeinstellungen Eures Geräts die IP-Adresse 1.1.1.1 und 1.0.0.1 als Alternative hinterlegen. Ich hab hier für meine Fritzbox an erster Stelle die 1.1.1.1 und als zweiten DNS 8.8.8.8 von Google hinterlegt.

Datenschutz groß geschrieben

Cloudflare speichert die DNS-Abfragen von Euch maximal 24 Stunden und will Eure Aktivitäten im Netz nicht verfolgen. Um das zu beweisen, soll das Wirtschaftsberatungsunternehmen KPMG dies jährlich einmal sicherstellen. Trotzdem muss man aber beachten, dass Cloudflare ihren Hauptsitz in den USA hat und Google ebenfalls ein Investor von Cloudflare ist. Ich persönlich schätze es aber ebenso sicher im Punkt Datenschutz wie unsere lokalen Provider Vodafone, Telekom oder Unitymedia ein. Der Vorteil, den ich sehe ist die Ausfallsicherheit und Schnelligkeit. Cloudflare ist mit wenigen Millisekunden, die der DNS laut DNSpref.com braucht mit Abstand der schnellste DNS zur Zeit, allerdings machen die paar Millisekunden für uns als Anwender keinen merkbaren Unterschied aus. Hier habe ich eher schon schlechte Erfahrungen mit Unitymedia gemacht, als diese mal an einen Sonntag probleme mit ihren DNS-Server hatten und damit das Surfen auf Seiten, die nicht im DNS-Cache lagen, nicht möglich war und somit das Internet quasi ausgefallen. Schon alleine aus diesem Grund, setze ich lieber auf Konzerne mit hoher Ausfallsicherheit wie Google oder Cloudflare.

Cool ist außerdem, dass unter https://1.1.1.1/ eine Webseite von Cloudflare bereit steht, die Euch für jegliches Gerät erklärt einen alternativen DNS zu setzen. Wer natürlich das Wissen besitzt, einen eigenen DNS Server aufsetzen, macht dies meist mit einem Raspberry Pi im eigenen Netzwerk.

Von |2018-04-02T11:50:46+00:002. April 2018|Internet|0 Kommentare

Über den Autor:

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