Was heißt „gut schreiben“?

Dieses Jahr startet der WebmasterFriday eine Woche früher als geplant. Daher kümmere ich mich jetzt kurzfristig um das aktuelle Thema „Was heißt gut schreiben?“. Damit kenne ich mich ein wenig aus, habe ich doch lange für ein Online Magazin geschrieben. Das heißt nicht, dass ich der beste Autor bin! Obwohl ich weiß worauf es ankommt, vernachlässige oder ignoriere ich gerne mal ein paar Regeln. Mein Problem bspw. ist es, dass ich zu Bandwurm Sätzen neige. Für Leser aber eher angenehmer sind maximal ein Haupt- und Nebensatz, denn die deutsche Sprache erlaubt ein wahnsinniges Verschachteln in Nebensätzen. Hinterher weiß weder Leser noch manchmal der Autor noch worum es eigentlich geht. Was gilt es also zu beachten von meiner Seite aus?

Ein paar kleine Regeln

Wie bereits erwähnt: Keine Bandwurmsätze. Kurze Sätze sind Trumpf! Häufig kann man aus mehrern verschachtelten Nebensätze eigenständige, besser verständliche Sätze bilden. Zum Beispiel habe ich weiter oben folgenden Haupt- und Nebensatz verwendet: Für Leser aber eher angenehmer sind maximal ein Haupt- und Nebensatz, denn die deutsche Sprache erlaubt ein wahnsinniges Verschachteln in Nebensätzen. Für den Leser oft angenehmer sind zwei Sätze: Für Leser aber eher angenehmer sind maximal ein Haupt- und Nebensatz. Die deutsche Sprache erlaubt ein wahnsinniges Verschachteln in Nebensätzen. Das liest sich meist besser.

Vermeide Rechtsschreib- und Grammatikfehler! Ein Text kann noch so von Weißheit und Informationen strotzen. Er wird durch eine Aneinanderreihung von Rechtsschreibfehlern kaputt gemacht. Wenn ich viele Fehler in einem Text erkenne, zweifle ich auch oft an der Richtigkeit der Informationen, die in dem Text wiedergegeben werden. Wenn der Autor schon keinen fehlerfreien Satz hinbekommt, wird er auch garantiert Fehler bei der Recherche gemacht haben. Das ist zumindestens immer mein Gedankengang. Deshalb: Lies deinen eigenen Text einmal gegen! Oft hilft es auch, dass zwischen Texterstellung und Korrekturlesen ein paar Stunden vergehen. Es reduziert die eigene Blindheit gegenüber den geschriebenen Text.

Benutze bildhafte Beispiele und Metaphern. Es wirkt für den Leser anschaulicher und verständlicher, wenn man Beispiele, Vergleiche oder Metaphern benutzt. Zum Thema Rechtsschreib- und Grammatikfehler hätte ich auch ein Beispiel geben können, damit ich meine Aussage unterstütze und es verständlicher für den Leser wird, warum viele Rechtsschreib- und Grammatikfehler den Lesefluss und Reputation stören. Deshalb hier mal nachträglich als Beispiel ein Beispiel:

Seitdem es viele Bloger gibt haben Journalisten weniger zu tun und härter um ihren Platz vor allem als Print-Medium kämpfen. Dabei haben Jurnalisten eine Ausbildung zum Schreiben durchlaufen bieten oft qualitativ höherwertige Texte. Zudem sind sie bei der Rescherche oft gewisenhafter und genauer.

Nicht so flüssig zu lesen oder? Wie gesagt ich bin selbst nicht frei von Fehlern. Zum Thema Vergleiche und Metaphern: Wenn du schreibst er war 2 Meter hoch. Dann kann sich der Leser die Größe einer Person besser vorstellen, wenn du schreibst, dass er 2 Meter hoch war und nicht mehr durch die Eingangstür vorne durchpasste. (Er ging bspw. auf Stelzen. Was auch immer) Metaphern sind auch immer sehr nett. Ein berühtmes Beispiel ist, dass Bill Gates bzw. Microsoft des öftern aufgefordert wurde den Quellcode von Windows offen zulegen. Darauf agierte Bill Gates mit der Metapher: Das wäre als wenn man Coca Cola verpflichte sein Rezept an Pepsi zu geben.

Was hilft noch um gut zu schreiben?

Wer hätte es Gedacht: Lesen! Suche Dir gute Autoren als Vorbilder. Das können Blogger oder Journalisten sein. Ich z.B. finde die Schreibe von Caschy und Casi immer gut zu lesen und sie wirkt auch recht flott. Letzteres wird meistens durch Ironie oder Provokation erreicht. Auch das ein oder andere Buch wie Romane oder Sachbücher helfen Dir deine Sprache, Rechtschreibung und Grammatik zu verbessern. Versetze Dich beim Schreiben auch immer wieder in den Leser. Frage Dich, was er erwarten würde, wie du deinen Text zum Thema xyz schreibst.

Bilde Dich weiter. Es gibt eine Unmenge an Fachliteratur, die sich mit dem Schreiben beschäftigt. Diese musst Du auch nicht unbedingt immer kaufen. Die örtliche Stadtbibliothek sollte Dir hier schon einiges bieten. Eine konkrete Buchempfehlung habe ich hier nicht, da ich meistens keine ganzen Bücher, sondern nur Auszüge lese und ich dann Namen und Titel schnell vergesse. Es lohnt sich mal in der Bibliothek zu stöbern.

Zum Schluss

Übung macht den Meister! Das ist auch beim Schreiben so. Je öfter du mehrere Texte schreibst, desto leichter wird es Dir fallen. Ebenso macht man auch weniger Fehler. Das Feedback deiner Leser wird Dir helfen Dich zu verbessern. Eine allerletzte Sache möchte ich noch los werden: Mach Dir Gedanken über die grobe Struktur deines Textes! Was schreibe ich in der Einleitung, Hauptteil und Schluss. Wie früher in der Schule. Wenn Du grob weißt, was du schreiben willst, dann geht es meist auch viel schneller. Und mach Dir keine Gedanken, dass dein Text nicht perfekt wird. Gute Texte sind wie ein Werkstück, an dem man pfeilt, sägt und hobelt bis es perfekt ist. Sehr gute Texte erfordern Zeit, meist mehrere Stunden.

Bildquelle: siepmannH  / pixelio.de

Von | 2016-06-04T17:36:41+00:00 4. Januar 2013|Internet|2 Kommentare

Über den Autor:

Ich bin ein technikbegeisterter Blogger, nebenberuflich (Fern-)Student der Wirtschaftsinformatik, hauptberuflicher Webentwickler und schreibe auf Bitpage.de gerne Technik-News, Tutorials und Reviews. Meine favorisierten Themen sind #Software, #Internet und digitale Fotografie.

2 Kommentare

  1. Lothar Jan 6, 2013 um 09:47 Uhr

    Hallo Christopher
    Deine Ausführungen kann ich so unterschreiben.
    Allerdings bin ich auch nicht die 800 Wörter ganz durchgegangen.
    Ich bin der Meinung dass man ein Thema mit 200 bis 300 Wörter behandeln kann. Mehr Text wird dann anstrengend für den Leser.

    Soweit ich gelesen habe fehlt noch ein recht hilfreicher Tipp.

    Am besten ist man schreibt seinen Text in Word oder einem anderen Schreibprogramm vor und lässt ihn kurz durch die Rechtschreibprüfung laufen. Da werden dann auch gleich die gröbsten Fehler angezeigt die man dann auch mit wenigen Klicks recht schnell beseitigen kann.

    In Deinem Text, von dem Du ja selber sagtest dass Du nicht frei von Fehlern bist, sind schon einige Tippfehler drin.

    Hier schnell ein paar Aufgelistet:
    – Mehrern
    – Bloger
    – Rescherche oft gewisenhafter
    – Ein berühtmes Beispiel

    Kannst es ja selber nochmal durchgehen.

    Danke dass ich kommentieren durfte.
    Grüße Lothar

  2. […] “Die Überschriften meiner Artikel sind in der Regel für den Leser aussagekräftig, damit er erkennen kann, worum es im Artikel geht.” (ebook-news.org); “knackig formulieren und auf den Punkt kommen” (karnaya.de); “So kurz wie möglich, so lang wie nötig” (questipedia.de); “Der Schreibstil ist natürlich Geschmacksache und richtet sich danach, wer hier für wen was schreibt.” (sabienes.de); “Es gibt fast so viele Schreibstile, wie es Autoren gibt.” (trampelpfade.com); “Die wahrscheinlich beliebteste Schreibart in Blogs ist die Umgangssprache” (seo-diaries.de); “Benutze bildhafte Beispiele und Metaphern” (bitpage.de) […]

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