Deutsches, staatliches Volks-Facebook startet Anfang Mai

feedback-und-php-fehler Skandal! Sprachlos! Hilfe! Wie können unsere Politiker nur sowas nebenbei entwickeln? Im c’t magazin Heft Nr. 8 veröffentlicht die Computerzeitschrift, die Teil des Heise-Verlags ist, einen exklusiven Artikel über das schon in wenigen Wochen kommende soziale Netzwerk vom deutschem Staat: das BürgerInnennetz. Schon Anfang Mai startet es und der Skandal: Jeder ist schon drin. Grundlage hierfür dienen die Einwohnermeldeämter bzw. die GEZ-Datenbank mit allen Deutschen, die bisher in einem Haushalt gemeldet waren. Das Passwort dazu ergibt sich aus Nachname und Geburtstag. Das Bundesministerium treibt es aber noch bunter: Flensburg soll in Zukunft auf die Pinnwände der Nutzer auf Verkehrsverstöße hinweisen können.

Daten beim Staat = Datenschutz

Unter diesem Leitsatz soll das BürgerInnennetz Paroli bieten, schließlich sind die persönlichen Daten auf Regierungsserver. Für die älteren Teilnehmer am staatlichem, sozialen Netzwerk ist es möglich die Benachrichtungen von Freunden und Bekannten gesammelt wöchentlich via Post mitgeteilt zu bekommen. Auf Drängen der FDP soll es auch möglich sein den postalischen Versand mit vertrauenswürdiger Werbung zu finanzieren.

Wie wurde die c’t auf das bald kommende BürgerInnenNetz aufmerksam?

Durch einen Anruf eines beteiligten Entwicklers, der die Befugnisse hatte, externen Rat einzuholen. Seine Vorgesetzten wollen, dass in der URL Adressleiste das “I” von BürgerInnennetz groß angezeigt wird. Man könne schließlich von keinem Mann erwarten auf einem sozialen Netzwerk aktiv zu sein, dass die männlichen Teilnehmer diskriminiert. Voller Stolz plapperte der Entwickler weitere Details aus und lies die c’t Redaktion die -Version sehen.

Schaut man sich das BürgerInnenNetz an wird auch schnell klar, dass noch einige Bugs vorhanden sind und es noch viel bis zum 1. Mai getan werden muss, wenn das soziale Netzwerk online geht. Wenn man sich die Bugs auf den von mir angefertigten Screenshots anschaut, sind unsere Daten beim Staat wirklich “sicher” aufgehoben.

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Ich bin ja mal gespannt, wann die ersten die Datenbank knacken und ein für Werbefirmen interessantes Adressportfolio verkaufen können.

Mehr zum sozialen, staatlichem Netzwerk findet Ihr bei Datenschutzbeauftrager Info und natürlich im c’t Heft Nr.8 vom 25.03.2013.

Von | 2013-08-25T23:14:23+00:00 30. März 2013|Internet|2 Kommentare

Über den Autor:

Ich bin ein technikbegeisterter Blogger, nebenberuflich (Fern-)Student der Wirtschaftsinformatik, hauptberuflicher Webentwickler und schreibe auf Bitpage.de gerne Technik-News, Tutorials und Reviews. Meine favorisierten Themen sind #Software, #Internet und digitale Fotografie.

2 Kommentare

  1. Christopher Mrz 30, 2013 um 20:24 Uhr

    April April!
    Die c’t Redaktion hat jedes Jahr in der April Ausgabe einen Artikel als April-Scherz versteckt. Als ich den Artikel gelesen habe, bin ich aus allen Wolken gefallen und hab die Story „gekauft“. Ich traue der Regierung zu, dass so ein soziales Netzwerk still und heimlich online geht. Lediglich die Flensburg-Geschichte fand ich komisch und unfassbar und hätte mich eigentlich stutzig machen müssen. Tja, ich bin halt etwas naiver manchmal, aber da war ich nicht der einzige. 😉 Ein wenig recherchiert ergab sich dann auch, dass es sich um den jährlichen April-Scherz der c’t handelt. Der ist aber mit dem Artikel gut gelungen. Wer noch daran zweifelt kann ja mal schauen, wo die Große Internetfreiheit Nr. 7 in Hamburg liegt. 😉 Die gibt es nämlich leider nicht. 😛 Ist aber im Impressum vom BürgerinnenNetz als Sitz der realisierenden Firma hinterlegt.

    Puuh. In Zeiten von eingeführten Verfahren wie Elena und dem Zensus traue ich unserer Bundesregierung leider viel zu. Datenschutzbeauftrager Info hat auch sehr schön aufgelistet gegen welche Gesetze das staatliche, soziale Netzwerk verstößen würde. Die Blogger-Kollegen haben es auch gekauft, bis sie sich das Impressum genauer angeschaut haben.

  2. Holger Mrz 30, 2013 um 22:43 Uhr

    Hihi, besagte c’t Ausgabe ist immer mit Vorsicht zu genießen. Ich muss aber zugeben, dass ich den Artikel gar nicht gesehen habe. Liegt wohl daran, dass ich die c’t auch nur noch überfliege und bestenfalls gezielt Artikel lese, bevor ich sie an meine Kollegen weiter reiche.

    VG Holger

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